Ist Donald Trump damit weg vom Fenster? Eher wohl nicht

Schlimmer geht immer: Der US-amerikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump wird von früheren Obszönitäten eingeholt, die er offenbar gern verbreitete - auch öffentlich. Dumm nur, dass es davon Mitschnitte gibt. Ein Kommentar von unserer Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Von Donald Trump war man einiges gewöhnt, was hierzulande undenkbar wäre für einen Kandidaten um ein hohes politisches Amt. Und nun das Skandal-Video, nach dessen Veröffentlichung sich Republikaner massenweise endgültig abwenden von ihrem Präsidentschaftskandidaten.

Grund zum Aufatmen? Viele glauben, die widerwärtigen sexistischen Äußerungen brächen Trump nun bestimmt das Genick. Doch die Lage ist mutmaßlich komplizierter. Nicht nur, weil seine Partei Trump kaum noch los werden kann. Der Zulauf der Amerikaner zu einem Unternehmer, der ihnen das Blaue vom Himmel verspricht, selbst als Superreicher aber keine Steuern zahlt, zeigt, dass die Etablierten in Washington bei großen Teilen der US-Amerikaner ihr Vertrauen verspielt haben.

Es bleibt also die Frage, ob es wirklich etwas nützt, wenn Trumps Parteifreunde sich entsetzt distanzieren. Denn auch sie gehören zu dem Establishment, dem viele Wähler den Rücken kehren wollen. Und: Gegen Trump zu sein, bedeutet nicht, dass sie ihr Kreuzchen bei Hillary Clinton machen. Dessen kann sich Trump sicher sein.

Allerdings hat er noch zwei TV-Duelle zu bestehen. Nach dem ersten Duell legte Clinton zu. Kaum vorstellbar, dass sich das Blatt ausgerechnet jetzt wenden könnte. Möglicherweise geht es dem Egomanen Trump aber auch nur noch um die Show. Mehr hat er ohnehin nicht geboten.

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