US-Wahlen 2016

Donald Trump als US-Präsident? Der Kandidat der Republikaner im Porträt

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Donald Trump bei einem Wahlkampfauftritt in Green Bay (US-Staat Wisconsin). 

Washington - Donald Trump kandiert bei der US-Wahl 2016 als Republikaner für das Amt des Präsidenten. Das müssen Sie zum polarisierenden Kandidaten Trump wissen.

Update vom 9. November 2016: Donald Trump ist zum 45. Präsidenten der USA gewählt. Wir haben seine politischen Ziele zusammengefasst. Unser US-Korrespondent kommentiert die Wahl des Republikaners.

Am 8. November 2016 wählen die Amerikaner den 45. Präsidenten der USA: Sie müssen sich entscheiden zwischen der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton und dem milliardenschweren Unternehmer Donald Trump. 

In aktuellen Umfragen liegt Hillary Clinton deutlich vor ihrem Konkurrenten Donald Trump. Aber Donald Trump wurde in diesem US-Wahlkampf schon öfter als chancenlos charakterisiert - nur um dann am Ende die politischen Beobachter zu überraschen. Das müssen Sie über Donald Trump, den Kandidaten der Republikaner bei der Präsidentschaftswahl 2016 in den USA wissen.

Donald Trump: Wer ist der Republikaner-Kandidat?

Donald J. Trump (das J. steht für John) ist ein politischer Quereinsteiger: Bereits vor Trumps Wahl zum offiziellen Präsidentschaftskandidaten im Juli 2016 war der Immobilienunternehmer weltbekannt. Der Republikaner ist einer der erfolgreichsten Wirtschaftsbosse der USA: Donald Trump besitzt Hotels, Casinos, Bürokomplexe und Golfplätze auf der ganzen Welt. Über politische Erfahrung verfügt der Unternehmer aus New York jedoch nicht. 

Donald Trump ist am 14. Juni 1946 in Queens, New York City geboren und dieses Jahr 70 Jahre alt geworden. Sein Großvater Frederick Trump und Großmutter Elisabeth Christ kamen aus der Pfalz. Die Deutschen Vorfahren von Donald Trump hießen ursprünglich Drumpf. Im Lauf des 17. Jahrhunderts wurde der Familienname als Trump fixiert

Donald Trump: Wie hoch ist sein Vermögen?

Seit 1971 ist Donald Trump Geschäftsführer der "Trump Organization", eines Mischkonzerns bestehend aus dem Hauptgeschäft "Trump Real Estate", nämlich der Verwaltung und dem Betrieb von Luxusimmobilien.  Außerdem gehören die Unternehmen Trump Golf, Trump Winery (Weinkellerei), Trump Entertainment (Unterhaltung) und Trump Merchandise (Handelsware) zu der Organisation. 

Das Vermögen von Donald Trump soll der Forbes-Reichenliste zufolge 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 800 Millionen geschrumpft sein: auf 3,7 Milliarden Dollar (umgerechnet 3,3 Milliarden Euro). Damit stand er nur noch auf Platz 505 des weltweiten Milliardärs-Ranking. Donald Trump selbst gab sein Vermögen im März 2016 mit mehr als zehn Milliarden Dollar an. Jedoch bleibt das Vermögen von Donald Trump letztlich ein Rätsel: Denn der Republikaner weigert sich, seine Steuern offenzulegen.

Bereits neben seinem Studium der Wirtschaftswissenschaften kaufte Donald Trump mit dem Kapital seines Vaters von 200.000 US-Dollar marode Häuser, sanierte sie und verkaufte sie als Mietshäuser teuer weiter. Zunächst hatte er als Unternehmer in Manhattan großen Erfolg, in den 80er Jahren geriet seine Firma aber in finanzielle Schwierigkeiten.

Heute gehört Trump zu den bekanntesten Geschäftsleuten der USA. Auch sein Sohn Donald Trump junior stieg in die Baubranche ein. Der Name von Donald Trump senior ist mittlerweile zu einer Marke geworden: In New York stehen zwei nach ihm benannte Hochhäuser, die Trump Towers an der 5th Avenue in Manhattan, wo der milliardenschwerde Immobilien-Hai auch wohnt. 

US-Milliardär Donald Trump mit der "Miss Universe" 2001 Denise Quinones.

Außerdem steht auf vielen Bauwerken und Produkten wie Bekleidung, Parfüm und Gesellschaftsspielen sein Name. Daneben verfügt Donald Trump seit 1999 über eine eigene Modelagentur "Trump Model Management". Donald Trump stand auch lange vor seiner Bewerbung um das Präsidentschaftsamt im Rampenlicht: Er hatte TV-Sendungen, wie "The Apprentice" und organisierte Miss-Universe-Wettbewerbe.

Von 2004 bis Juni 2015 moderierte Donald Trump die amerikanische Reality-Show: In einem "13-wöchigen Vorstellungsgespräch" beantworteten die Kandidaten von "The Apprentice" Fragen zu ihren unternehmerischen Fähigkeiten und konnten einen Einjahresvertrag in einem der Unternehmen von Donald Trump gewinnen. Zum Markenzeichen der Show wurde seine grollen vorgetragene Antwort "You're fired!" (Deutsch: "Du bist gefeuert!"), mit der er Kandidaten aus der Show warf.

Donald Trumps politische Laufbahn

Schon 2011 liebäugelte Donald Trump mit einer Präsidentschaftskandidatur für die Republikaner. Damals sorgte er mit der Behauptung für Aufsehen, wonach Präsident Obama gar nicht in den USA geboren sei. Trump bemühte sich hartnäckig zu belegen, dass Obama in Kenia, der Heimat seines Vaters, geboren und erst später in die USA gebracht worden sei. Was für Obama fatal gewesen wäre. Denn damit hätte der erste schwarze US-Präsident keinen Anspruch auf sein Amt. US-Präsidenten müssen per Gesetz (genau wie ihre Vize) in den USA geboren sein. Im Mai 2011 gab er aber - vorläufig - seine Ambitionen auf die Präsidentschaft auf.

Politisch war Trump bis dato ziemlich sprunghaft. 1987 ließ er sich als Anhänger der Republikaner registrieren. 1999 und 2000 gab er kurzzeitig den Präsidentschaftskandidaten der Reform Party. 2001 wechselte er zu den Demokraten und 2009 wieder zu den Republikanern. Bis 2012 verteilte er seine Parteispenden fast ausgewogen an Republikaner und Demokraten.  Auch zu Hillary Clinton hatte er lange ein gutes Verhältnis. So bekam die Clinton Foundation von ihm auch einmal 100.000 Dollar. Trump ging lange bei den Clintons ein und aus und unterstützte auch die Senatskandidatur von Hillary Clinton finanziell.

Im Juni 2015 kündigte der Donald Trump an, sich für die Republikaner bei der Wahl zum US-Präsidenten zu bewerben. Anfangs wurde die Kandidatur Donald Trumps belächelt, im Laufe des Wahlkampfs zeichnete sich allerdings ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Donald Trump und Hillary Clinton ab. Nach der Veröffentlichung eines skandalösen Videos mit obszönen Aussagen von Donald Trump hat sich dieses Kräfteverhältnis wieder verschoben.

Nachdem die Stimmen gegen Donald Trump in den Vereinigten Staaten lauter geworden sind, fordert der milliardenschwere Immobilienmakler nun einen Drogentest für Hillary Clinton vor dem nächsten Fernsehduell. 

Donald Trump: Was sind seine Ziele?

Der Republikaner Donald Trump zeigt sich in seiner Einstellung zur Einwanderungspolitik in der USA eisern: Trump will Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak die Einreise nach Amerika verweigern. Aus humanitären Gründen sei die Lage der Flüchtlinge zwar furchtbar, aber Donald Trump betonte: "Wir haben viele Probleme in unserem Land. Und wir müssen unsere eigenen Probleme lösen." 

Donald Trump will eine Mauer zu Mexiko bauen lassen. Einige Amerikaner unterstützen dieses Vorhaben.

Eines davon sei der illegale Zustrom von Einwanderern aus Mexiko. Sie sollen es in Zukunft schwerer haben, in die USA zu kommen. Denn der Präsidentschaftskandidat Donald Trump will eine Mauer zur USA bauen lassen und Mexiko dafür bezahlen lassen. Außerdem forderte er nach nach der Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino mit 14 Opfern ein Einreiseverbot für Muslime zum Kampf gegen den islamistischen Terror.

"Make America great again" - unter diesem Motto steht die politische Kampagne von Donald Trump. Im Wahlkampf wurde "Make America great again" auch für Parodien im Netz abgewandelt. "Amerika wieder großartig machen": Das ist auch Trumps Ziel in der Wirtschaft. Im ersten TV-Duell kündigte Trump drastische Steuersenkungen an, wenn er Präsident würde. 

Ein weiteres Ziel des Republikaners: Nach einer Prüfung alle überflüssigen Regulierungen in der Wirtschaft abschaffen. Außerdem möchte Donald Trump den Freihandel mit China und Mexiko einschränken. Ein besonderer Dorn im Auge sind Trump vor allem die Chinesen, die Währungs-Dumping betreiben und ein unfairer Handelspartner seien, so Trump. 

Auch in der Außenpolitik wirft der Republikaner China vor, die USA zu schwächen. Zudem will Donald Trump  das "desaströse" Atomabkommen mit dem Iran zurücknehmen - das sei seine Priorität Nummer eins in der Außenpolitik. Außerdem kritisiert Trump die Ausgaben der NATO: Denn die USA könnte nicht für die Sicherheitskosten anderer Länder aufkommen.

Wer wählt Donald Trump im US-Wahlkampf?

Donald Trump präsentiert sich als erzkonservativer Heilsbringer für die USA. Denn das Land hätte seiner Ansicht nach in den vergangenen zwei Amtszeiten von Obama erheblich gelitten. Trumps Stammwähler sind vorwiegend weiß, zwischen 30 und 70 Jahre alt, Waffenbesitzer, Abtreibungsgegner, Befürworter von militärischen Lösungen und stehen auf keinen Fall den Demokraten nahe. Wie bereits Barack Obama nach der Präsidentschaft von George W. Bush verspricht Donald Trump den Amerikanern einen erheblichen Wandel, wenn er Präsident der USA wird: Donald Trump will sich zum Beispiel Moskau und damit  auch Putin annähern. Derzeit ist das Verhältnis zwischen den Vereinigen Staaten und Russland eher angespannt.

Außerdem sind die Wähler von Donald Trump überwiegend männlich: Vor allem bei Republikanern ohne College-Abschluss (40 Prozent Zustimmung für Trump) fischt er Stimmen.

Die Wähler von Donald Trump hoffen auf einen Wandel in den USA.

Die Wähler von Donald Trump:

- sind wütend auf Washington: Die Hälfte von Donald Trumps Wähler sind enttäuscht von der Regierung und von der Republikanischen Partei. Denn die sei mit dem aktuellen Präsidenten Barack Obama zu viele Kompromisse eingegangen

- fühlen sich von der veränderten Bevölkerungsstruktur in der USA bedroht: Im Jahr 2044 soll nach offiziellen Angaben jeder zweite US-Amerikaner einer nicht-weißen Bevölkerungsgruppe angehören

- sehen sich seit vielen Jahren im Stich gelassen. Es sind vor allem sehr  viele Arbeiter, die Trump als Präsidenten wählen würden

- sind politikverdrossen: Viele gehen zum ersten Mal oder seit längerer Zeit wieder wählen. Sie hoffen auf einen politischen Wandel im Land, den Donald Trump verspricht

- sind mit 85 Prozent mehrheitlich begeistert, keine Muslime mehr ins Land zu lassen

- sind Soldaten, bei denen Trump im Vergleich zu seinen Mitbewerbern am besten abschneidet

Wie setzt Donald Trump seine Familie im US-Wahlkampf ein?

Die Frau des Republikaners Melania Trump hat sich anfangs im Wahlkampf zurückgehalten. Doch im April 2016 trat die 45-jährige auf die große Bühne, um ihrem Donald zu helfen - scheiterte jedoch. Das in Slowenien geborene ehemalige Model sollte mit dem Auftritt in Milwaukee das frauenfeindliche Image von Donald Trump wieder gerade rücken. "Er ist ein harter Arbeiter, er ist nett, er hat ein großes Herz, er ist hart, er ist klug", sagte die 45-Jährige mit starkem Akzent. Für den Auftritt musste Melania Trump viel Spott und Kritik über sich ergehen lassen

Auch bei einem weiteren Versuch ihren Mann zu unterstützen, blamierte sich Melania Trump. Beim Parteitag in Cleveland wurden Plagiatsvorwürfe gegen sie laut: Denn das ehemalige Model hatte Teile ihrer Rede von der aktuellen First Lady Michelle Obama abgeschrieben. Die Frau von Donald Trump sprach zum Beispiel über Werte, die ihre Eltern ihr mitgegeben hätten: "Dass Du hart arbeitest für das, was Du im Leben willst; dass Dein Wort gilt und Du tust, was Du sagst." Wortgleich hatte das auch Michelle Obama in ihrer Rede beim Nominierungsparteitag vor acht Jahren gesagt. Auch andere Passagen der beiden Reden waren identisch. Melania Trump betonte daraufhin, dass sie ihre Rede "mit so wenig Hilfe wie möglich" geschrieben hätte. Im Wahlkampf war außerdem ein Nacktbild von Melania Trump aufgetaucht.

Der Trump Clan: Donald Trump, Melania Trump, Ivanka Trump, Donald Trump jr. Frau Vanessa Trump, Eric Trumps Frau Lara Yunaska und Eric Trump.

Aber nicht nur seine Ehefrau Melania setzt der Republikaner in seinem Wahlkampf ein.Donald Trump versucht sich als kümmernder Familienvater vor den Wählern zu inszenieren, wie der Spiegel berichtet. Er lässt sich gerne im Kreise des Trump-Clans ablichten und  setzte seine Kinder als Redner bei Parteitagen ein. Dazu gehört auch seine älteste Tochter Ivanka Trump. Sie stammt aus der ersten Ehe des Republikaners mit Ivana Trump. Tochter Ivanka Trump ist die wichtigste Beraterin von Donald Trump und managt den Wahlkampf ihres Vaters. Die dreifache Mutter ist die einzige weibliche Konstante im Leben des Immobilien-Hais - während seine Ehefrauen kommen und gehen: Denn Melania ist bereits die dritte Ehefrau von Donald Trump und potentielle First Lady

Der Republikaner vergöttert seine Tochter Ivanka Trump: Ihre BrüderEric und Donald Trump junior gaben ihr deshalb den Spitznamen "Daddy's little Girl". Was Ivanka in ihrer Familie besonders macht? Sie schimpft nicht über die Clintons. Denn eine ihrer besten Freundinnen ist Chelsea Clinton - die Tochter von Hillary Clinton. Zu der Familie von Donald Trump gehören außerdem: Seine 23-jährige TochterTiffany Trump, die als einziges Kind aus der Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples stammt und der 10-jährige Barron Trump, das einzige Kind aus Donald Trumps Ehe mit Melania.

Donald Trump: Die wichtigsten Zitate

Der Republikaber Donald Trump ist dafür bekannt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt - das hat ihm aber im US-Wahlkampf nicht nur Lorbeeren eingebracht.

Donald Trump beim ersten TV-Duell gegen Clinton:

- „Wir müssen Recht und Ordnung zurückbringen. (...) Illegale Migranten haben Waffen, und sie erschießen Leute“, wetterte Donald Trump gegen illegale Einreisende. Er will sich dafür einsetzen, elf Millionen Einwanderer ohne Papier auszuweisen. Auch seine Frau Melania Trump musste sich den Vorwürfen einer illegalen Einwanderung stellen: Ihr wurde vorgeworfen, in den Neunzigerjahren illegal als Model in den USA gearbeitet zu haben.

- „Typisch Politiker. Nur reden, nicht handeln“, sagte Trump über Clintons Pläne, die Steuern zu reduzieren im ersten TV-Duell oder "„Die afroamerikanische Gemeinschaft wurde von Politikern vergessen. Sie reden im Wahlkampf gut daher, und nach der Wahl sagen sie: See you later". Im Wahlkampf versucht Donald Trump sich als Nicht-Politiker und nah am US-Bürger zu positionieren. Mit seinen populistischen Argumenten schien Donald Trump bei vielen Amerikanern Erfolg zu haben

„Ich werde meine Steuererklärung veröffentlichen. Meine Anwälte raten mir ab, aber ich werde sie freigeben", erklärte Donald Trump im ersten TV-Duell.

- Nachdem Hillary Clinton ihn angriff und sagte, dass Trump noch nie Steuern gezahlt habe, sagte der Republikaner: "Das macht mich klug." Das kam nicht bei allen Zuschauern des ersten Fernseh-Duells gut an.

Donald Trump macht abschätzige Aussagen über Frauen:

- Auf Nachfrage der Fox-News-Journalistin Megyn Kelly bei einem Interview, ob Donald Trump Frauen als fette Schweine, Hündinnen oder widerliche Tiere bezeichne, sagte er: "So habe ich nur Rosie O'Donnell genannt." Johlen in der konservativen Zuhörerschaft, bei dem die übergewichtige Moderatorin Rosie O'Donnell mit ihren linken Ansichten nicht sehr beliebt ist.

- Wenige Tage vor der zweiten TV-Debatte der US-Präsidentschatskandidaten veröffentlichte die Washington Post ein Video aus dem Jahr 2005 mit vulgären Aussagen: Darin erzählt Trump wie er versuchte, eine andere Frau zu verführen - zu diesem Zeitpunkt war er bereits mit seiner jetzigen Frau Melania verheiratet. 

„Ich habe mich an sie rangemacht, bin aber gescheitert“, erzählt Trump während dem Privatgespräch mit Moderator Billy Bush im Bus. Er habe versucht, „sie zu ficken. Sie war verheiratet.“ Er habe sich hemmungslos an sie rangemacht, aber ohne Erfolg. Inzwischen habe die Frau „ihr Aussehen total verändert“. Trump: „Sie hat jetzt große künstliche Titten und alles.“

Der Immobilienmogul erzählt in dem Video weiter, dass er sich automatisch zu schönen Frauen hingezogen fühle. „Ich fange einfach an, sie zu küssen (...). Ich warte nicht einmal. Und w

enn du ein Star bist, dann lassen sie es zu. Du kannst alles machen.“ Er könne sogar Frauen zwischen den Beinen begrapschen (und sie ließen es zu). Das Video könnte Donald Trump womöglich den Wahlsieg kosten.

Nach der Veröffentlichung der Mitschnitte wanden sich auch prominente Republikaner von Donald Trump ab, wie der ehemalige Präsidentschaftskandidat John McCain oder auch Arnold Schwarzenegger. Einige forderten sogar den Rücktritt von Donald Trump als Präsidentschaftskandidat.

Donald Trump beim zweiten TV-Duell gegen Clinton:

- Donald Trump entschuldigte sich im zweiten TV-Duell der US-Präsidentschaftskandidaten kurz für seine Eskapaden aus dem Video. Und stichelte dann gegen Hillary Clinton: "Ich habe nur schlimme Dinge gesagt. Dagegen hat Hillarys Mann Bill noch viel schlimmere Dinge wirklich getan. Er hat Frauen sexuell missbraucht und Hillary hat die Frauen im Anschluss bedrängt und sie bedroht."

- Auch die von Obama eingeführte Krankenversicherung scheint Donald Trump ein Dorn im Auge zu sein: "Obamacare ist ein totales Desaster und muss aufgehoben und ersetzt werden. Es ist viel zu teuer."

- Außerdem drohte Donald Trump seiner Kontrahentin wegen der E-mail-Affäre von Hillary Clinton mit dem Gefängnis: "Sie soll in den Knast gehen! Wenn ich gewinne, geht sie in den Knast!"

Das dritte und damit letzte TV-Duell zwischen Donald Trump und Hillary Clinton folgt in der Nacht auf Donnerstag, 20. Oktober.

Warum war Donald Trump im US-Wahlkampf so erfolgreich? 

Zunächst ist die Bewerbung von Donald Trump um das Präsidentschaftsamt belächelt worden - dann stieg der Republikaner mit der markanten Föhnfrisur vom Außenseiter zum Aufsteiger auf. Politikwissenschaftler und USA-Experte Dr. Josef Braml erklärt die Gründe für den Erfolg von Donald Trump:

- Trumps Wähler sind vo n der etablierten Politik enttäuscht. Sie kritisieren Korruption im politischen System Amerikas: Wenige ihrer Landsleute hätten zu viel Einfluss auf die Politik. Donald Trump kann in diesem Fall punkten. Denn er betont, dass ihn niemand kaufen könne - denn er habe ohnehin viel Geld.

- Donald Trump konnte sich gegen die Kandidaten der Republikaner  Jeb Bush (Sohn von Ex-Präsident George H.W. Bush und Bruder von Ex-Präsident George W. Bush) und US-Senator aus Florida Marco Rubio durchsetzen, indem er eine Gegenposition in der Einwanderungsfrage einnahm: Während sich seine Konkurrenten als sehr liberal zeigten, wetterte Donald Trump gegen die Latinos. Denn Anhänger des Republikaners haben Angst vor Fremden, vor allem Nicht-Christen. Trump gewinnt bei ihnen mit teils rassistischen Parolen

- Der New Yorker Baulöwe Donald Trump spricht Menschen aus der unteren Mittelschicht an, die teilweise zwei bis drei Jobs haben. Sein Wirtschaftsprogramm setzt genau dort an, wie der Professor für amerikanische Geschichte ,Michael Hochgschwender, erklärt: Jobs sicherer machen und in der USA halten sowie Schutzzölle gegen China oder Japan einführen. Bei den unzufriedenen Arbeitern holt er dadurch viele Stimmen. Ihre Resignation besteht bereits seit den 1980er Jahren und hat seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2008 einen Höhepunkt erreicht

- Donald Trump bedient vor allem die "Wutbürger" im Land, wie unser USA-Korrespondent Friedemann Diederichs erklärt: Schon während der US-Vorwahlen hat sich Trump rüpelhaft verhalten und damit gepunktet. Auch im ersten TV-Duell fiel er Clinton oft ins Wort und wirkte unhöfflich. Er grenzt sich durch dieses Verhalten von seinen Mitbewerbern und dem politischen Establishment ab - das bei seinem Wählervolk so verhasst ist 

- Bei dem weiblichen Wählervolk hat Donald Trump mit seinem Rambo-Stil allerdings deutlich weniger Erfolg, wie Spiegel-Online berichtet. Sie ließen sich eher von Trumps Konkurentin Hillary Clinton überzeugen. Denn der Republikaner gilt bei den meisten weiblichen Wählern als Macho und hat sich bereits des öfteren abfällig über Frauen geäußert.

Donald Trump: Wie geht er mit dem Skandal-Video um?

Donald Trumps Aussagen in einem Video aus dem Jahr 2005, dass er als Star jeder Frau zwischen die Beine greifen könne, hat zu heftiger Kritik an ihm geführt. Deshalb spricht Donald Trump von einer massiven Verschwörung der "globalen Elite" gegen ihn und versuchte Wahlmanipulation. 

Den Medien wirft er vor, ihm die Wahl zu stehlen. Außerdem deutete er an, dass seine demokratische Konkurrentin Hillary Clinton beim zweiten Fernsehduell unter Drogeneinfluss stand - er meinte wohl Schmerzmittel. Deshalb schlug er vor, dass beide vor der nächsten TV-Debatte einen Drogentest machen. 

Donald Trump: Seine politischen Positionen im Überblick

Abtreibung: Anders als früher ist Donald Trump jetzt gegen Abtreibungen. Er hat im März sogar gesagt, Abtreibungen sollten illegal sein und Frauen oder die Ärzte „irgendwie“ bestraft werden. Die Mittel für „Planned Parenthood“ will er streichen, Abtreibungen nur in Ausnahmefällen zulassen (Vergewaltigung, Inzest, Lebensgefahr für die Mutter).

Arbeitsmarkt: Trump verspricht Jobs, vor allem in der Industrie. Bergleute sollen wieder Kohle fördern, die Schiefergas-Vorkommen ausgebeutet werden. US-Unternehmen sollen ihre Produkte zu Hause fertigen und nicht im Ausland. Illegale Ausländer will Trump loswerden - auch um Jobs für Amerikaner frei zu machen.

Außenpolitik und Verteidigung: Der Republikaner will die Außenpolitik ausschließlich an US-Interessen ausrichten - getreu dem Motto „Amerika zuerst“. Er sagt, andere Länder wie Deutschland oder Japan müssten für den Schutz der USA bezahlen. Das militärische Engagement will er begrenzen, aber gleichzeitig den Kampf gegen den Terrorismus verstärken. Die Nato nannte er überkommen. Russlands Präsidenten Wladimir Putin lobte er.

Bildung: Donald Trump will die Schulbildung stärker dezentralisieren; Staaten und Kommunen sollen mehr Mitspracherecht bekommen. Trump will 20 Milliarden Dollar investieren, um den ärmsten Haushalten Zugang zu besseren Schulen zu ermöglichen. Er will auch das System von Heimschulen fördern - eine Diskussion, die für konservativ-christliche Familien eine große Rolle spielt.

Einwanderung: Trump hat Einwanderer wiederholt kriminalisiert und eine Null-Toleranz-Politik angekündigt. Zentraler Bestandteil seines ganzen Wahlkampfes ist die Mauer, die er an der Grenze zu Mexiko errichten will - auf Kosten des Nachbarlandes. Herkunftsländer will er zwingen, ausgewiesene Einwanderer zurückzunehmen.

Freihandel: Der Immobilienmogul ist ein großer Gegner der internationalen Freihandelsabkommen. Den Nordamerikapakt Nafta mit Mexiko und Kanada bezeichnete er als den wohl „schlechtesten jemals gemachten Deal“. Unter seiner Präsidentschaft dürften weder das transpazifische Handelsabkommen TPP noch das amerikanisch-europäische Handelsabkommen TTIP große Chancen auf schnelle Verwirklichung haben. Auch den Handel mit China sieht Trump in seiner jetzigen Form kritisch. Auf der anderen Seite will er stärker auf industrielle Fertigung mit Exportorientierung setzen.

Gesundheits- und Sozialpolitik: Donald Trump will „Obamacare“ sofort abschaffen und ersetzten. Insgesamt soll der freie Markt schalten und walten. Man soll Versicherungsbeiträge steuerlich absetzen können. Wettbewerb soll es auch zwischen den Bundesstaaten geben, um Kosten zu senken.

Homo-Ehe: Trump ist für einen Republikaner hier eher liberal. Zwar ist er nicht für gleichgeschlechtliche Partnerschaften, er hat sich aber öfter gegen die Diskriminierung Homosexueller ausgesprochen.

Kampf gegen den Islamischen Staat: Donald Trump spricht immer wieder über einen Plan zur Bekämpfung der Terrormiliz, Details bleibt er aber schuldig. Vor einigen Wochen erklärte er, die USA müssten militärisch mit Russland kooperieren. Andere Forderungen sind schon jetzt Teil der Strategie des Militärs - etwa die Zerstörung von Ölfeldern des IS.

Kriminalität / Sicherheit: Trump sieht die USA in einem Zustand großer Bedrohung. Gibt sich als harter Vertreter von „Law and Order“, Gesetz und Ordnung, die Gewalt sei in den USA außer Kontrolle. Keine Details zu Plänen sind bekannt. Setzt sich für eine Form des „profiling“ der Polizei ein, die auch das Scannen nach ethnischen Merkmalen einbeziehen kann. Sagt, die Polizei habe kein Rassismusproblem. Ist gegen Körperkameras. Will Guantanamo beibehalten und unterstützt Waterboarding.

Steuern: Der Republikaner will die Unternehmenssteuern radikal von 35 auf 15 Prozent senken, um mehr Unternehmen zum Verbleib in den USA anzuspornen. Die Einkommensteuer soll bei 33 Prozent für Großverdiener gedeckelt werden, Niedrigverdiener sollen über die Nutzung von Freibeträgen zum Teil gar keine Einkommensteuer zahlen. Die reichsten Amerikaner würden einer Erhebung von Forbes zufolge pro Jahr 275 000 Dollar Steuern sparen, die Ärmsten 128 Dollar.

Todesstrafe: Trump ist uneingeschränkt pro Todesstrafe, auch und vor allem, wenn Polizisten getötet werden.

Verhältnis zu Deutschland: An Merkels Flüchtlingspolitik lässt Donald Trump kein gutes Haar; er bezeichnete sie aber als eine großartige Politikerin. In Berlin ist die Skepsis groß. Seine Äußerungen zur Nato und zu Russland sorgten für Irritationen. Außenminister Frank-Walter Steinmeier nannte Trump einen „Hassprediger“.

Waffenrecht: Trump wird von der mächtigen Waffenlobby NRA unterstützt. Trump hat wiederholt einer noch stärkeren Bewaffnung der Bürger das Wort geredet - wenn alle bewaffnet seien, könnten sich auch alle besser vor Amokläufen oder Anschlägen schützen.

Wirtschaft: Der Republikaner will die alten Energien wiederbeleben und sich damit einem weltweiten Trend widersetzen. Den arbeitslos gewordenen Kohlekumpels in West Virginia und Kentucky versprach er, sie wieder in Jobs zu bringen. Insgesamt will er eher weg von Dienstleistungen, hin zu mehr industrieller Fertigung. Das passt zu seinem Motto „Make America Great Again“.

Parodien über Donald Trump

Während seines Wahlkampfs wurde der extrovertierte und vor Selbstbewusstsein strotzende Republikaner Donald Trump immer wieder parodiert: Zum Beispiel hat die Aktivistengruppe Indecline in San Francisco, New York, Los Angeles, Cleveland und Seattle weniger schmeichelhafte Skulpturen des nackten und lebensgroßen Donald Trump an öffentlichen Plätzen aufgestellt.

Außerdem gibt es einen Instagram-Account "Dinild Trimp", wo der US-Blogger David Pescovitz irritierende Bilder des Präsidentschaftskandidaten veröffentlichte: Darauf wurden Teile des Gesichts von Donald Trump verzerrt.

Auch Oscar-Preisträgerin Meryl-Streep hat im New Yorker Public Theater eine überraschende Parodie über Donald Trump aufgeführt: Mit überlanger roter Krawatte über dem ausladenden Bauch, bronzenem Gesicht und aufgebauschter Tolle trat sie auf die Bühne. Im Duett mit der US-Schauspielerin Christine Baranski sang sie eine veränderte Version des Aufreißer-Lieds "Brush up your Shakespeare" aus dem Musical "Kiss me, Kate" - untermalt mit Donald Trumps typischen ausschweifenden Armbewegungen. 

Weitere Parodien auf Twitter: 

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