Twitter-Gemeinde reagiert fassungslos

Donald Trump Jr. vergleicht syrische Flüchtlinge mit Kaubonbons

New York - Donald Trump Jr. versucht offenbar um jeden Preis, seinem Vater nachzueifern: Mit einem makabrem Tweet über Flüchtlinge erreicht er die nächste Stufe der Geschmacklosigkeit.

Wie der Vater, so der Sohn: Auch Donald Trump Jr. ist mittlerweile ein echter Garant für geschmacklose Provokationen. Erst vor einigen Tagen machte er in einem Radio-Interview mit einem mehr als fragwürdigen Holocaust-Bezug auf sich aufmerksam. Der Milliardärssohn erklärte, Hilary Clinton sei nur so weit gekommen, weil die amerikanischen Medien sie enorm gepusht hätten. „Sie haben ihr jeden Widerspruch durchgehen lassen, jede Lüge, jedes Parteimanöver, um Bernie Sanders aus dem Rennen zu werfen. Wenn die Republikaner so etwas täten, würden sie jetzt schon die Gaskammern aufwärmen.“, sagte er. Vor allem der völlig deplatzierte Gaskammer-Vergleich sorgte in den USA für Aufruhr.

Der nächste Shitstorm zieht auf

Doch offenbar hat Trump Jr. noch immer noch nicht genug - denn auf den Riesen-Eklat folgt sogleich der nächste:

Am Dienstag twitterte der Sohn von Donald Trump nämlich ein Bild von einer Schüssel Skittles, darüber folgender Slogan: "Wenn ich Ihnen eine Schale mit Kaubonbos hinhalten würde und erklärte, drei davon wären vergiftet - würden Sie eine Handvoll davon nehmen? Das ist unser Problem mit syrischen Flüchtlingen."

Darunter schrieb er: „Dieses Bild sagt alles. Lasst uns die politisch korrekte Agenda beenden, auf der Amerika nicht an erster Stelle steht.“

Eine vergiftete Süßigkeit soll also symbolisieren, worin Trump Jr. sein Problem mit syrischen Flüchtlingen begründet. Und nicht nur das: Er nutzt diese völlig abwegige Analogie, um die strikte Einwanderungspolitik seines Vaters zu rechtfertigen.

Die Twitter-Gemeinschaft reagierte geschockt auf den absurden wie geschmacklosen Vergleich und entlud ihren Hass und Ärger bereits in einem heftigen Shitstorm: "Vielen Dank für das dümmste Posting, das ich bisher gelesen habe", meinte zum Beispiel der User „robleathern“. Auch der Musiker John Legend meldete sich entrüstet zu Wort: „Es gibt eine winzig kleine Chance, dass jeder Mensch irgendwann zum Mörder wird. Lass' sie uns alle loswerden! #trumplogic“, heißt es in seinem Tweet. In Demokraten-Kreisen war die Fassungslosigkeit natürlich besonders groß. Hillary Clintons Sprecher Nick Merrill machte seiner Entrüstung deshalb mit einem wütenden Kommentar Luft: „Das ist ekelhaft“, twitterte er.

Und Jon Favreau, einer der früheren Redeschreiber von Präsident Barack Obama, schrieb: „Hey @DonaldJTrumpJr, das ist eines von Millionen Kindern, das du heute mit einem giftigen Skittle verglichen hast.“ und postete dazu das Bild eines syrischen Flüchtlingsjungen, der mittlerweile als das Gesicht der Krise gilt.

Mars Candy, der Mutterkonzern der Firma Wrigley – welche die berühmten Skittles produziert - hat sich bereits öffentlich von dem Statement distanziert: „Skittles sind Süßigkeiten, Flüchtlinge sind Menschen. Das ist eine völlig unangemessene Analogie. Wir enthalten uns jeglichen weiteren Kommentaren, bevor diese als Werbung missinterpretiert werden.“

Die Debatte, die niemals endet

Dabei ist Trump Jr.s Tweet letztendlich natürlich nichts anderes als eine weitere Kampfansage ans feindliche, demokratische Lager – schließlich ist die Einwanderungspolitik seit Wochen das zentrale Thema im amerikanischen Wahlkampf. Während Clinton zukünftig mehr syrische Flüchtlinge ins Land lassen und ihnen unter bestimmten Voraussetzungen auch befristete Aufenthaltsgenehmigungen verschaffen will, plädiert Trump seit jeher für „verschärfte Sicherheitskontrollen“ - und fühlt sich in seiner Meinung durch die jüngsten Ereignisse in New York und New Jersey bestärkt. Dort waren in kurz aufeinanderfolgenden Zeitabständen selbstgebastelte Bomben explodiert. Das Motiv des mutmaßlichen Bombenlegers, der mittlerweile gefasst wurde, könnte terroristischen Hintergrund haben. "Wir sollten sicherstellen, dass wir nur noch Leute ins Land lassen, die unser Land lieben", sagte Trump am Montag nun in einem Interview mit dem Nachrichtensender „Fox“ und befeuert damit eine Debatte, die wohl niemals zu Ende geht.

Sophie Lobenhofer

Rubriklistenbild: © AFP (Symbolbild)

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