4000 Euro für E-Autos schon ab Mai - Fragen und Antworten

Produktion des Elektroautos i3 in Leipzig: Etwa 30 Modelle, die mit Strom oder Kombiantrieb (Strom/Verbrennungsmotor) fahren, gibt es derzeit aus deutscher Fertigung. Archivfoto: dpa

Berlin. 4000 Euro als Kaufzuschuss vom Staat für reine E-Autos ab Mai, für Hybride mit ergänzendem Verbrennungsmotor 3000 Euro. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Mit dem Zuschuss will die Bundesregierung die schleppende Nachfrage nach Stromantrieben auf der Straße ankurbeln. Fragen und Antworten zu Beschlüssen beim E-Autogipfel am Dienstagabend.

Was genau will die Koalition bezuschussen? 

Den Kauf von E-Autos und Hybriden, die laut Liste maximal 60.000 Euro kosten. Der Elektro-Golf, der VW E-Up, der i3 von BMW oder Nissan Leaf, weltweit erfolgreichstes E-Auto, liegen deutlich darunter. Der Preisdeckel geht auf die SPD zurück, die Luxusautos für Besserverdienende nicht auch noch subventionieren will. Die hochpreisigen BMW i8, Porsche Cayenne E-Hybrid und Tesla S bleiben ohne Staatszuschuss.

Ab wann können Käufer den Zuschuss einplanen?

Ab dem Datum des Kabinettsbeschlusses, der laut Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble im Mai geplant ist. Die Laufzeit der Kaufhilfen ist danach auf 2019 befristet – falls der Topf von 1,2 Mrd. Euro nicht vorher leer ist. Autokäufer erhalten die Prämie auch nur, wenn ihr Hersteller sich an der vereinbarten hälftigen Finanzierung beteiligt. Daimler, VW und BMW haben angeblich zugesagt.

Was wurde beschlossen, um mehr Stromtankstellen an die Straßen zu bringen? 

Dafür sollen 300 Mio. Euro von 2017 bis 2020 aus demselben Topf fließen, für 15.000 Ladestellen auch an Supermärkten oder Sportplätzen.

Reicht der Zuschuss aus Berlin, um das Ziel der Kanzlerin von einer Million Stromern bis 2020 zu erreichen? 

Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hofft, über die Schwelle von 500.000 Fahrzeugen zu kommen. 2015 waren in Deutschland 25.500 E-Autos und 130 365 Autos mit Hybrid-Motoren zugelassen (Pkw insgesamt: 45,1 Millionen). Gabriel fordert aber auch, dass die Industrie sich mehr anstrenge und zum Beispiel die Fertigung der Batterien nach Deutschland zurückhole.

Was bietet die deutsche Autoindustrie derzeit an? 

Als Serienmodell etwa 30 E-Autos und Hybride. Allein BMW hat mit dem i3 ein Elektroauto im Programm, das ausschließlich als solches gedacht ist (ab 34.950 Euro inkl. MWst.). Als Variante bietet Volkswagen etwa E-Golf (ab 34.900 Euro) und E-Up (ab 26.900 Euro) an, Daimler die B-Klasse und eine Version des Smart. Opel will den bislang hybriden Ampera 2017 vollelektrisch machen. Audi folgt 2018 mit einem Elektro-SUV, Daimler will dann ein reines E-Modell mit 400 bis 500 Kilometern Reichweite anbieten.

Gibt es andere Länder, die E-Autos subventionieren? 

Die britische Regierung gibt bis zu 6600 Euro. In Frankreich fließen sogar 10 000 Euro für alle, die einen mehr als zehn Jahre alten Diesel gegen ein E-Auto tauschen. Norwegen hilft mit Steuerfreiheit und Gratis-Strom.

Was sagen Kritiker der E-Auto-Prämie? 

!Die gibt es sogar in der schwarz-roten Koalition –insbesondere in der Union. Kaufhilfen machten die Nachteile der Stromer, etwa die geringe Reichweite, nicht wett, sagt Klaus Müller, Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv). Und: „Es profitieren vor allem jene, die sich ohnehin so ein Auto leisten können.“ Der Bund der Steuerzahler (BdSt) spricht von „Planwirtschaft de luxe“ und schimpft, die Gewinne einiger Autokonzerne seien höher als die Etats jener Ministerien, die die Prämie zahlen sollen. Die Allianz pro Schienen nennt das Milliardenpaket „teuer, einseitig straßenlastig, nutzlos für die Umwelt“. Bahnfahrer hätten rein gar nichts davon. Greenpeace meint: „Wenn die Regierung Elektroautos fördern will, dann nur kostenneutral, in dem sie die Dieselsubventionen streicht.“ Der ADAC hat nachgerechnet. Fazit: „Zehn von zwölf E-Modellen sind im Unterhalt immer noch teurer als vergleichbare Diesel oder Benziner.“ (mit dpa)

Lesen Sie dazu auch:

- Kommentar zu Zuschüssen für E-Autos: Verschenkte Millionen

- VW-Betriebsrat: Prämie bei Kauf von E-Mobilen ist richtiger Schritt

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.