Erfolg der AfD in Mecklenburg-Vorpommern: Rückkehr des Politischen

Bei der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern wurden SPD und CDU massiv abgestraft, die AfD etablierte sich wohl für lange Zeit im Osten. Ein Kommentar von Tibor Pézsa.

Die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern wird vor allem wegen des sensationellen Wahlerfolges der AfD in Erinnerung bleiben. Und wegen der größtanzunehmenden Demütigung der CDU ausgerechnet in Angela Merkels politischer Heimat. Die tiefere Bedeutung dieses Wahlsonntags liegt aber in der stark gestiegenen Wahlbeteiligung. Denn der Aufstieg der AfD verdankt sich nicht nur beachtlichen Wählerwanderungen weg von SPD, CDU und Linken hin zur AfD, sondern gerade auch der Mobilisierung einstiger Nichtwähler durch die AfD.

Hinter ihrem Erfolg steckt vor allem eines: die Rückkehr des Politischen in Deutschland.

Oft wird wahrheitswidrig nachgeplappert, die AfD habe außer der Flüchtlingspolitik kein Programm. Wahlentscheidend im Nordosten war aber nun einmal die Flüchtlingspolitik, waren deren äußerst weitreichende, besorgniserregende Folgen. Boomender Tourismus, gute Arbeitslosenzahlen? Nicht entscheidend, nicht am Sonntag.

Die Fakten: Der große Sieger ist die AfD, die aus dem Stand zweitstärkste Fraktion wurde. Die SPD, wenn auch als stärkste Kraft, hat stark verloren. CDU, Linke, Grüne und NPD wurden trocken mit scharfer Klinge rasiert, teils aus dem Landtag geworfen.

Sollten die Verbleibenden die AfD nun eine Wahlperiode lang kaltstellen - und mit ihr über 20 Prozent der Wähler, dann dürfte dies die AfD nur weiter stärken. Man nennt das Politik, es ist das Abwägen von Alternativen.

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