BKA-Bericht

Fast 9000 Flüchtlingskinder vermisst

Berlin - Doppelt so viele wie zu Jahresbeginn: Fast 9000 Flüchtlingskinder sind in Deutschland als vermisst gemeldet. Doch Kriminalität ist nicht unbedingt der Grund für ihr verschwinden.

In Deutschland sind einem Bericht zufolge derzeit fast 9000 Flüchtlingskinder als vermisst gemeldet. Wie die "Neue Osnabrücker Zeitung" vom Montag unter Berufung auf Angaben des Bundeskriminalamts (BKA) berichtete, wurden am 1. Juli 8991 unbegleitete Flüchtlingskinder und Jugendliche vermisst. Das waren mehr als im gesamten Jahr 2015 sowie doppelt so viele wie zu Jahresbeginn, als 4749 geflüchtete Minderjährige als vermisst galten. Eine BKA-Sprecherin machte aber deutlich, dass diese Zahlen nichts darüber aussagen, wie viele Kinder und Jugendliche tatsächlich verschwunden sind.

„Vielfach entfernen sich die Kinder nicht planlos, sondern wollen ihre Eltern, Verwandten oder Bekannten in anderen deutschen Städten oder gar im europäischen Ausland aufsuchen“, sagte die Sprecherin der Zeitung. Wenn die als vermisst Gemeldeten dann bei ihrer Familie ankämen, erhielten die deutschen Behörden oft keine Rückmeldung und die Namen bleiben in der Fahndungsdatenbank stehen. 

Mehrfachregistrierungen sind ein Problem

Wie die Zeitung weiter berichtete, handelte es sich bei dem Großteil der Vermissten um Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren. Die meisten Fälle haben demnach keinen kriminellen Hintergrund. "Konkrete Erkenntnisse, dass ein Teil der zu Jahresbeginn vermissten minderjährigen Flüchtlinge Kriminellen in die Hände gefallen sein könnten, liegen im Bundeskriminalamt nicht vor", zitierte die Zeitung nach Behördenangaben. 

Oft seien auch Mehrfachregistrierungen das Problem, etwa wenn sich Jugendliche an einem anderen Ort wieder meldeten oder es verschiedene Schreibweisen der Namen gebe.

AFP/dpa

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