In Syrien gekämpft

Fast sieben Jahre Haft für IS-Rückkehrer aus NRW 

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IS-Terrorist Kerim Marc B. bei der Urteilsverkündung im Düsseldorfer Oberlandesgericht. Der 23-Jährige ist zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Foto: Federico Gambarini

Der Deutsch-Türke Kerim Marc B. hat gestanden, in Syrien dem IS-Chef die Treue geschworen zu haben. Nun wurde er in Düsseldorf schuldig gesprochen. Nach Ansicht des Oberlandesgerichts hat er sich auch an Kämpfen beteiligt.

Düsseldorf (dpa) - Der Syrien-Rückkehrer Kerim Marc B. ist als Terrorist des Islamischen Staats zu sechs Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht sprach den 23-Jährigen schuldig.

Der Angeklagte hatte gestanden, dem Anführer der Terrormiliz, Abu Bakr al-Bagdadi, die Treue geschworen zu haben. Nach Überzeugung des Gerichts hat er auch an Kämpfen teilgenommen.

Die Bundesanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft für den 23-Jährigen beantragt. Unter dem Namen "Abu Zulfikar" habe er einer Einheit überwiegend bosnischer IS-Kämpfer angehört. Die Verteidiger hatten maximal zwei Jahre Haft und seine Freilassung gefordert, weil er davon bereits mehr als zwei Drittel verbüßt habe. B. ist in Dortmund geboren und in Kranenburg am Niederrhein aufgewachsen, zuletzt wohnte er in Düsseldorf.

Die Bundesanwaltschaft hatte ihn als überzeugten Dschihadisten beschrieben, der noch in der Untersuchungshaft in Dortmund versucht habe, Mitgefangene zu rekrutieren. Ein Foto zeigt den Angeklagten mit Kalaschnikow und Handgranaten.

Seine Verteidiger hatten bestritten, dass ihr Mandant in Syrien gekämpft habe. Außerdem forderten sie, Jugendstrafrecht anzuwenden, weil er zu Beginn des Tatzeitraum noch keine 21 Jahre alt gewesen sei. Der Angeklagte befinde sich in einem Aussteigerprogramm und auf einem guten Weg.

In Deutschland hatte der Islamist schon als Jugendlicher an der Koran-Verteilaktion "Lies!" teilgenommen und war in salafistische Kreise geraten.

"Ich habe mich vom Islamischen Staat vollständig losgesagt. Ich habe mich gegen den Islamismus entschieden", hatte der 23-Jährige in seinem Schlusswort gesagt. Ursprünglich war er sogar wegen Mordes angeklagt. Der Tatvorwurf der Bundesanwaltschaft war aber vom Gericht nicht zugelassen worden.

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