Im Porträt: Neue Generalsekretärin Nancy Faeser will Hessens SPD wieder auf Regierungskurs trimmen

Fröhlich im Ton, hart in der Sache

Durchsetzungsstark, zuweilen ungeduldig, oft fröhlich: Nancy Faeser (43), die neue Generalsekretärin der Hessen-SPD. Foto: dpa

Wiesbaden. Gewählt wird sie erst beim Landesparteitag im Herbst, doch kommissarisch hat Nancy Faeser ihr neues Amt als Generalsekretärin der hessischen SPD bereits angenommen. Das Hauptziel der Nachfolgerin des zum Staatsminister in Berlin aufgestiegenen Michael Roth ist schnell formuliert: Die 43-Jährige aus Schwalbach (Main-Taunus-Kreis) will dafür sorgen, dass bei der Regierungsbildung nach der nächsten Landtagswahl „keiner an der SPD vorbeikommt“.

Gemeinsam mit Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel will sie deshalb bei allen wichtigen Themen um die Meinungsführerschaft mit der Union kämpfen. Faeser, seit 2003 im Landtag und zu den Hochzeiten des Flügelkampfes in der SPD dem wirtschaftsnahen Flügel zugerechnet, hat den Vorsitzenden maßgeblich unterstützt dabei, die zerstrittene Partei zu einen. Im Wahlkampf hatte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende noch gute Chancen, in einer rot-grünen Regierung Innenministerin zu werden. Denn „Innen“ ist das Metier der Rechtsanwältin. Bei der Polizei kennt sie sich aus, Fragen des Verfassungsschutzes sind ihr geläufig, denn sie war zuletzt Vorsitzende der parlamentarischen Kontrollkommission. Den CDU-Innenministern machte sie mehr als einmal durch hartnäckige Fragen das Leben schwer. Sich selbst beschreibt sie als durchsetzungsfähig, zuweilen ungeduldig, aber auch als Mensch, der gerne lacht und Freundschaften pflegt. Im Landtag wird die Gründerin des dortigen Eintracht-Frankfurt-Fan-Clubs parteiübergreifend geschätzt.

In ihrer neuen Funktion will sich die Abgeordnete um eine bessere Zusammenarbeit der beiden Bezirksverbände Nord und Süd mit der Landespartei und um die Mitglieder kümmern: „Durch Emails ist die Informationsflut zwar größer denn je, aber deswegen fühlen sich die Mitglieder nicht besser informiert.“

Bei all dem hofft die Schwalbacherin, die auch kommunalpolitisch aktiv ist, weiterhin zum Reiten, zum Laufen und zum Lesen zu kommen. Damit das Theater nicht zu kurz kommt, hat sie mit ihrem Mann ein Abonnement in Frankfurt: „Das hilft, dann auch wirklich hinzugehen!“

Von Petra Wettlaufer-Pohl

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