Kommentar zum Darknet: Mehr als nur böse

Das Bundeskriminalamt führt derzeit mehr als 80 Verfahren wegen möglichen Waffen- und Sprengstoffhandels im Darknet. Dazu ein Kommentar von HNA-Redakteurin Martina Hummel.

Darknet, das klingt nach dunkel, böse, illegal. Wann immer etwas darüber veröffentlich wird, ist die Rede vom Tummelplatz für all jene Gestalten, mit denen die meisten Menschen der Republik keinen Kontakt wünschen: Kinderschänder, Betreiber von Drogenshops, Waffenhändler und so weiter.

Doch das Darknet ist auch ein Treffpunkt für Oppositionelle in totalitären Staaten. Für sie ist es oft die einzige Möglichkeit, sich frei zu äußern und zu vernetzen. Sie flüchten ins Darknet. Dort lassen sich dann auch von Diktaturen zensierte Seiten öffnen.

Doch auch jenen, die das dunkle Netz in guter politischer Absicht nutzen, sollte bewusst sein: Sie können sich zum Mittäter, zum Mitwisser oder gar Handlanger machen. Denn im Tor-Netzwerk wird die Verbindung eines Nutzers mit dem Darknet über diverse Knotenpunkte geleitet - wer diese betreibt und vielleicht mitliest, ist nicht ersichtlich. Wer seinen Computer selbst als Knoten anbietet, weiß nicht, welche Daten über den eigenen Rechner geschleust werden. So wird der Nutzer womöglich zum Komplizen des Kinderschänders oder zum Transporteur von Viren, Trojanern und anderen PC-Schädlingen im Netz.

Wer glaubt, er sei unbeobachtet in dieser Welt unterwegs, der irrt. Was heute anonym ist, kann morgen ein offenes Buch sein. Sicherheit im Reich der Rechenmaschinen hat stets etwas von Hase und Igel: Der eine verschlüsselt es, der andere knackt es. In diesem Fall sitzen die Hacker im Bundeskriminalamt und bei Interpol.

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