Kommentar zu Essgewohnheiten: Kummer und Speck

Wenn Essen zur Ideologie wird, ist die Grenze zu krankhaftem Verhalten ganz nah. HNA-Nachrichtenredakteur Tibor Pézsa über das Essen.

Und wie pflegen Sie so zu essen? Gemeinsam mit der Familie, wenn es geht? Immer mit denselben Kollegen zur selben Zeit in der Kantine? Mal so, mal so? Wenn s gerade passt, im Büro, an der Bushaltestelle, auf einer Parkbank, zwischen zwei Einkäufen? Oder huschhusch, wenn keiner guckt?

Appetit, Hunger, Essen, Trinken wenn uns eines zeigt, dass wir Beziehungswesen sind, stets im Austausch mit unserer Umwelt und anderen Menschen, dann ist es die Tatsache, dass wir speisen - und wie wir speisen.

Niemand lebt für sich allein. Niemand hat sich selbst gemacht. Jeder ist angewiesen auf andere, und sei es nur auf Produkte der anderen, ob das Angewiesensein gefällt oder nicht. Nicht zufällig bildet das rituell wiederholte gemeinsame Mahl den Kern des Christentums, der Beziehungsreligion überhaupt.

Gewiss: Wir sind es gewöhnt, uns zu optimieren. Wir essen Schnellessen, finden Essen-zum-Mitnehmen schick und auch Trinken-zum-Gehen, weil wir dann schneller wieder an die Arbeit kommen. Und ahnen doch, dass es sinnvoller ist, sich mit dem Kummer auseinanderzusetzen als mit dem Speck.

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