Kommentar zur EU-Einigung über den Weltklimapakt: Es droht heftiger Streit

Die EU will den Weltklimapakt schon nächste Woche ratifizieren und damit den Weg für ein Inkrafttreten noch in diesem Jahr ebnen. Dazu ein Kommentar von HNA-Korrespondent Detlef Drewes.

Fast in letzter Minute hat sich Europa wieder seiner Ambitionen erinnert: der Vorreiterrolle in Sachen Klimaschutz. Nun ist fünf vor zwölf immer noch rechtzeitig. Allerdings bleibt die Frage, was dieser Kompromiss der EU-Staaten wirklich wert ist.

Denn genau genommen haben sich die 28 Mitglieder nur auf die Prozedur zur Ratifizierung verständigt und das Ziel akzeptiert. Der Weg dahin bleibt unklar. Genau darüber aber droht noch heftiger Streit.

Wenn etwa Polen am hohen Kohle-Anteil seiner Energieversorgung festhält, müsste ein anderes Land dies kompensieren, indem es deutlich weniger Kohlendioxid ausstößt. Die Ausarbeitung der nationalen Vorgaben hat Brüssel also bisher aus gutem Grund hinausgeschoben. Zu umstritten dürfte sein, was da noch kommen muss.

Das betrifft auch Deutschland, dessen CO2-Emissionen seit acht Jahren bei 900 Millionen Tonnen im Jahr stagnieren, obwohl man schon 2020 bei 750 Millionen Tonnen sein wollte. Den EU-Staaten stehen folglich noch schmerzhafte Diskussionen bevor. Gleichwohl hat Europa sich verständigt. Immerhin darf man das in Krisenzeiten als angenehme Überraschung bezeichnen.

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