Kommentar zur Glyphosat-Debatte: Zwischen den Stühlen

Aus Umwelt- und Landwirtschaftsministerium dringen schon länger ganz unterschiedliche Signale zum Unkrautkiller Glyphosat. Jetzt ist der Zwist öffentlich. Dazu ein Kommentar von HNA-Korrespondent Detlef Drewes.

Wenn Wissenschaftler streiten, ist der Verbraucher der Geschädigte. Der Laie kann Argumente nicht prüfen, sondern lediglich glauben – und vielleicht die Autorität der Institutionen zum Kriterium für seine Meinung machen. Glyphosat ist so ein Fall. Die einen halten das Herbizid für echtes Teufelszeug, das Rückstände in Nahrungsmitteln hinterlässt, die so in den menschlichen Körper gelangen. Die anderen loben das Wundermittel als Präparat gegen die Vernichtung ganzer Ernten – und damit als einen Beitrag im Kampf gegen den Hunger in der Welt.

Der Verdacht, das Mittel könne aber am Ende krebserregend sein, wiegt schwer. Als vor wenigen Wochen 100 Wissenschaftler einen Brandbrief an die Brüsseler EU-Kommission schrieben, geschah dies nicht leichtfertig. Nur was soll die Zulassungsbehörde denn machen? Auch sie sitzt zwischen allen Stühlen.

Ohne den 28 Kommissaren zu nahe treten zu wollen – das Team um Präsident Jean-Claude Juncker muss seinen Experten folgen. Und die sehen bestenfalls ein zu vernachlässigendes Risiko. Würde sich die Kommission gegen ihre eigene Lebensmittel-Agentur stellen, könnte sie diese auch gleich auflösen.

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