Kommentar zur Situation der Bahn: Mentalitätsprobleme

Die Bahn hat schon lange massive Konkurrenz. Aber teilweise verhält sie sich immer noch so, als sei sie noch eine Staatsbahn und müsse nicht um jeden Kunden und jeden Auftrag kämpfen. Ein Kommentar von HNA-Korrespondent Werner Kolhoff.

Man merkt es im Großen, etwa an der schlechten Pünktlichkeit. Man merkt es aber auch im Kleinen, im Service. Das kultige „Senk ju for träwelling wiss Deutsche Bahn“ nützt da auch nicht mehr viel.

Es fehlt im ganzen Unternehmen an einer echten Dienstleistungsmentalität. Etliche Mitarbeiter – längst nicht alle – scheinen richtiges Engagement erst zu entwickeln, wenn um höhere Eingruppierungen gestreikt wird. Und etliche Manager scheinen den Alltag der Bahn nur aus der 1. Klasse ICE zu kennen. Zu den Mängeln in der Unternehmenskultur kommen die objektiven Probleme: Die Altlasten aus der Phase Hartmut Mehdorn, als nur Großprojekte, Hochgeschwindigkeitsstrecken und die Privatisierung interessierten, und die aktuelle Unterfinanzierung der angestauten Investitionen.

Ursache aller Probleme ist ein Eigentümer, der nicht besonders anspruchsvoll ist, weil er denkt, dass die meisten Leute sowieso Auto fahren. Und den ansonsten nur seine jährliche Dividende interessiert. Die Bundesregierung, allen voran ihr amtierender Verkehrsminister Alexander Dobrindt, tut so, als habe nur Rüdiger Grube die Verantwortung für alles. Es gibt da aber einen interessanten Satz im Grundgesetz: Eigentum verpflichtet.

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