Kommentar zur Suche nach dem Nazi-Zug: Tief unten in der Fantasie

In Polen beginnen die Grabungen nach dem Nazi-Zug. Doch was unterscheidet den sagenumwobenen Nazi-Panzerzug in Schlesien von dem Ungeheuer von Loch Ness? Ein Kommentar von Tibor Pesza.

Einiges, denn Nessie taucht Jahr für Jahr im nachrichtlichen Sommerloch auf; beim Panzerzug wird man demgegenüber bald feststellen, was das Georadar im polnischen Waldenburg in 90 Metern Tiefe abzeichnet.

Gemeinsam haben Nessie und der vermutete Panzerzug, dass beide für ihre Regionen allein schon als Fantasieprodukte Gold wert sind; niemand weiß Genaues nicht. Aber dennoch - oder deswegen? - steigen die Besucherzahlen in Waldenburg. Glänzend lassen sich Kriegsabzeichen verkaufen, Fotobände, Fahnen und Schokolade-Goldbarren, Panzerzug-Songs, Geschichte und Geschichten.

Nur: Die Panzerzüge der Nazis - es gab sie wirklich. Kunsttransporte darin - Tatsache. Der Geheimbunkerkomplex „Riese“ mit unterirdischen Bahngleisen, einst als Hauptquartier Adolf Hitlers angelegt - Realität. Absichtsvoll verschüttete und zugesprengte Stollenzugänge - nachgewiesen. Zeitzeugenberichte über die Wirren der letzten Kriegstage in dieser Gegend - alles da.

Was nichts heißen muss, aber alles heißen kann. Und das ist dann wohl auch das eigentliche Geheimnis zwischen Breslau und Waldenburg: Lebendig sind die Gespenster der Vergangenheit, solange man nur weiß, dass sie da sie da sind, aber nicht wo. Schaun wir mal.

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