Kommentar zum vereitelten IS-Anschlag: Plötzlich konkret

Mutmaßliche Terroristen sollen einen Anschlag in Düsseldorf geplant haben. Dazu ein Kommentar von HNA-Korrespondent Stefan Vetter.

Sicherheitsexperten pflegen gebetsmühlenartig von einer abstrakten Gefahr zu reden, wenn es um terroristische Bedrohungen für Deutschland geht. Daraus ist ein gewisser Gewöhnungseffekt entstanden. Man hört es und denkt nicht mehr sonderlich darüber nach.

Dass die abstrakte Gefahr von einer Sekunde zur anderen erschreckend konkret werden kann, zeigen die Anschlagspläne des sogenannten Islamischen Staates in Düsseldorf. Nicht auszudenken, wären im Zentrum der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Selbstmordattentäter zum Zuge gekommen. Nach dem Muster der jüngsten furchtbaren Anschläge in Brüssel sollte die Katstrophe offenbar genauso an einer U-Bahnstation im Herzen Düsseldorfs ausbrechen.

War die Vereitelung des Terroranschlags nun Glück oder Können? Beides dürfte eine Rolle gespielt haben. Die gleichzeitige Festnahme von drei IS-Terroristen in Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Brandenburg zeugt von einer gelungenen, konzertierten Aktion der Sicherheitsbehörden. Auch die internationale Kooperation der zuständigen Stellen hat offenbar gut geklappt. Der Tipp kam von den Franzosen. Und er wurde Gott sei Dank ernst genommen.

Auch wenn es keine hundertprozentige Sicherheit geben kann, so ist es doch ein beruhigender Gedanke, dass die Strukturen im Kampf gegen den Terror nun offensichtlich besser funktionieren. Die nächste große Herausforderung ist zweifellos die Sicherung der Fußball-EM in Frankreich. Aber auch Deutschland ist eben keine Insel der Glückseligen. Die Republik steht genauso im Fadenkreuz der IS-Terroristen wie jede andere westliche Demokratie.

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