Kommentar zu mehr Vergleichbarkeit beim Abitur

2017 werden Abiturprüfungen etwas besser vergleichbar. Dann greifen alle 16 Länder erstmals auf einen gemeinsamen Aufgabenpool zu. Ein Kommentar von Ullrich Riedler.

Die Klage über unterschiedliche Abiturdurchschnittsnoten in den Ländern ist fast so alt wie die Kultusministerkonferenz KMK. Einheitlichkeit und Vergleichbarkeit wollen Eltern und Schüler gleichermaßen. Das ist nicht nur ihrem Gerechtigkeitsempfinden geschuldet. Es geht vor allem um handfeste Zukunftschancen bei der Vergabe begehrter Studienplätze, die womöglich über Karriere, Glück und Einkommen entscheiden.

Doch per Handstreich lässt sich ein solches bundesweites Zentralabitur in einem föderalistisch verfassten Staat eben nicht verfügen. Wie hoch dürfte denn das Niveau künftig sein? Länder mit größeren Anforderungen und homogener Schülerstruktur fürchten dann zu Recht im Niveau zu fallen, wenn man das Aufgabenlevel bundesweit nach unten skaliert. Die anderen sehen beim Gegenteil schon ganze Jahrgänge durchs Abi rasseln.

Insofern bleibt der Fortschritt eine Schnecke und die KMK auf Kompromisse bedacht. Seit einigen Jahren gibt es bereits Bildungsstandards für zentrale Fächer, ab nächstem Jahr sind dann für alle Länder erstmals gemeinsame Aufgabenpools eingerichtet, die allmählich ausgeweitet werden sollten. Auch wenn man hundertprozentige Vergleichbarkeit nie erreicht, bleibt der Ausbau des Zentralabiturs light eine zentrale Aufgabe der KMK. Sonst wird der Ruf nach mehr Zentralismus noch lauter.

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