Parteikonvent der AfD: Die Kurve gekriegt

Wie geht es weiter nach dem Sonderkonvent der AfD in Kassel? Der zerstrittene Bundesvorstand darf bleiben - allerdings nur auf Bewährung. Voraussetzung ist: Kein weiterer Zoff. Ein Kommentar von Tibor Pézsa.

Statt-Partei, Schill-Partei, Republikaner - die Liste rechtspopulistischer Eintagsfliegen ist lang. Sieht man von Erfolgen der NPD in den sechziger Jahren und auch in den neuen Bundesländern ab, so sind sie alle wieder gescheitert, vor allem mangels Seriosität ihres Personals.

Die Neugründungen im rechten Spektrum litten zudem darunter, dass ihre konservativen und nationalliberalen Positionen schon durch CDU und CSU vertreten wurden. Das alles hat sich im tagespolitischen Alles-geht der Angela-Merkel-CDU verflüchtigt, eine Reihe von Christdemokraten wechselte zur AfD.

Auch dies minderte das Risiko der AfD, Opfer der Eitelkeiten und Unbeholfenheiten ihres Personals zu werden. Die im Parteikonvent stark repräsentierte AfD-Basis hat am Sonntag in Kassel kollektive Vernunft über individuelle Streitlust gestellt. Die Botschaft von Kassel ist: Wenn die zerstrittenen Parteichefs Frauke Petry und Jörg Meuthen es nicht miteinander schaffen, so wird es keiner von ihnen schaffen.

Man darf gespannt sein, wie lange diese Disziplinierung der beiden wie auch ihrer beider Lager vorhält. Aber zum jetzigen Zeitpunkt hätte die AfD die Kurve nach den zurückliegenden Querelen nicht besser kriegen können.

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