Junckers Ceta-Plan: An den Partnern vorbei

Ausgerechnet auf dem Brexit-Gipfel erklärt EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker, das umstrittene Handelsabkommen Ceta an den nationalen Parlamenten vorbeischleusen zu wollen. Und dann werden auch noch diejenigen verurteilt, welche Luxleaks offengelegt haben - extrem wirksame Steuertricks zu Lasten der europäischen Partner unter Verantwortung des damaligen Luxemburger Premiers und Finanzminister: Jean-Claude Juncker. Ein Kommentar von Tibor Pézsa.

Die Krise der EU hat viele Gesichter. Das bekannteste ist das des EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. Er war jahrelang luxemburgischer Premier- und Finanzminister. Und dieser Mann, der im Schutz des Steuergeheimnisses irrwitzige Steuervermeidungskonstruktionen zulasten europäischer Partner zugelassen, wenn nicht sogar gefördert hat, gilt als das Gesicht Europas? Armes Europa.

Es gibt viele Gründe, warum sich immer mehr Menschen von der EU abwenden - die Personalie Juncker ist einer davon. Die Luxemburger, die sich des höchsten Pro-Kopf-Einkommens in Europa erfreuen, dürften zwar über das Bekanntwerden des von Ihrem Zwergstaat angerichteten Steuerschadens bei den Partnern betrübt gewesen sein. Doch dass ausgerechnet diejenigen, die diesen Skandal offengelegt haben, nun dafür verurteilt werden, setzt dem Fass die Krone auf.

Wie fern von der europäischen Realität Juncker mittlerweile operiert, zeigt sein Plan, das umstrittene Handelsabkommen Ceta an den nationalen Parlamenten vorbeischleusen zu wollen. Der Mann sollte seinen Karlspreis einpacken und zurücktreten. Das Europa, das jetzt um Zukunft ringt, muss solche Altlasten schleunigst loswerden.

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