Fragen und Antworten

Kinderärzte in Hessen haben jetzt auch Bereitschaftsdienst - auch in Kassel

Kassel. Ab dem heutigen Samstag gibt es in Hessen einen eigenen ärztlichen Bereitschaftsdienst für Kinder - unter anderem in Kassel, Bad Hersfeld und Fulda

In neun Städten nehmen dann ergänzend zum ärztlichen Bereitschaftsdienst kinderärztliche Bereitschaftszentralen die Arbeit auf. Neben Kassel und Fulda/Hersfeld gehören Frankfurt/Uniklinik, Frankfurt/Höchst, Wiesbaden, Darmstadt, Gießen, Marburg und Offenbach dazu. Ein zehnter Standort soll vielleicht im Jahr 2017 hinzukommen.

Welche Änderungen bringt das neue System für Eltern und Ärzte?

Die Entfernungen zu den Standorten werden zum Teil weiter. "Im Bereich Kassel müssen die Kinderärzte aus dem Umland also aus dem Schwalm-Eder-Kreis, aus Hofgeismar und Waldeck-Frankenberg ihren Bereitschaftsdienst künftig in Kassel absolvieren und nicht mehr vor Ort", sagte Gerhard Bleckmann, Obmann der nordhessischen Kinderärzte, auf Anfrage unserer Zeitung. Das bedeutet, dass manche Eltern im Notfall einen weiten Weg zum nächsten Facharzt in Kauf nehmen müssen. Für Eltern in Bad Hersfeld und Fulda ändert sich in dieser Hinsicht nichts. Dort ist der Bereitschaftsdienst laut Dr. Michael Harre, Obmann der nordhessischen Kinderärzte im Bereich Fulda, schon seit langem in den Kliniken angesiedelt.

Wie war der Kindernotdienst bislang organisiert?

Bisher hatten die Kinderärzte die Versorgung außerhalb der Praxisöffnungszeiten unterschiedlich geregelt: In den Großstädten gab es Notdienste, die auf freiwilliger Basis organisiert waren. In Kassel beispielsweise organisierten sich die Kinder- und Jugendärzte zum Teil mit weit gefassten Öffnungszeiten. In kleineren Städten gab es solche Angebote nicht. Dort gingen Eltern mit ihren kranken Kindern meist ins Krankenhaus. Ab heute betreibt die KV Hessen die Zentralen nun selbst inklusive Personalplanung und Honorierung. Die Organisation könne jetzt anders gestaltet werden, sagte eine KV-Sprecherin auf Anfrage unserer Zeitung. So könne künftig auf erhöhten Bedarf, etwa im Fall einer Grippewelle, besser reagiert werden.

Wo befinden sich die Zentralen in der Region?

Der Kinder- und Jugendärztliche Bereitschaftsdienst in Kassel ist weiterhin in den Räumen der Kinderklinik am Klinikum Kassel, Mönchebergstraße 41 - 43 (Haupteingang Klinikum) angesiedelt. Der Notdienst für kranke Kinder in Bad Hersfeld bleibt im örtlichen Klinikum am Seilerweg 29 und in Fulda im dortigen Klinikum an der Pacelliallee 4 verortet. Nach wie vor können Eltern die Zentralen ohne Anmeldung aufsuchen oder telefonisch unter der Nummer 116 117 Rat suchen.

Sind Hausbesuche bei Kindern möglich?

Nein, im Gegensatz zu den ärztlichen Bereitschaftsdiensten der Hausärzte, die sich nachts und am Wochenende bisher um Erwachsene und Kinder gleichermaßen gekümmert haben, sind bei Kindern keine Hausbesuche vorgesehen. (mit dpa)

Öffnungszeiten in der Region:

Zu folgenden Zeiten sind die Kindernotdienste künftig geöffnet:

Kassel: Montag, Dienstag und Donnerstag von 19 bis 22 Uhr Mittwoch und Freitag von 16 bis 22 Uhr Samstag, Sonntag und an Feier- sowie Brückentagen von 9 bis 22 Uhr

Bad Hersfeld: Samstag, Sonntag und an Feier- sowie Brückentagentagen von 9 bis 13 Uhr

Fulda: Samstag, Sonntag und an Feier- sowie Brückentagentagen von 8 bis 13 Uhr

Weitere Informationen gibt es unter: www.bereitschaftsdienst-hessen.de

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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