Kommentar zur AfD: Ausgrenzen hilft nicht

Im Schweriner Landtag könnte die AfD am Sonntag einer Umfrage zufolge hinter der SPD auf Platz zwei landen. Ein Kommentar dazu von HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl.

Die Aufmerksamkeit, die Mecklenburg-Vorpommern derzeit erfährt, geht über die Bedeutung des Bundeslandes weit hinaus. Dort droht die AfD am Sonntag bei der Landtagswahl ein sensationelles Ergebnis einzufahren.

Sensationell? 23 Prozent werden vorhergesagt, das ist weniger als die Partei im März als zweitstärkste Kraft in Sachsen-Anhalt (24,6 Prozent) bekam. Dort indes blieb die CDU stärkste Kraft, womit zumindest die christdemokratische Welt noch halbwegs in Ordnung war. In Mecklenburg-Vorpommern dagegen droht der CDU ein Debakel.

Schwerwiegender als die parteipolitische Innensicht der Union ist aber die Ratlosigkeit der etablierten Parteien insgesamt, mit dem Phänomen der AfD-Protestwähler umzugehen. Sie reagieren mit Panikattacken wie Burkaverbotsanträgen (CDU), sinnfreien Obergrenzendebatten (SPD) oder mit der allseits betriebenen Ausgrenzung der Schmuddelkinder – offensichtlich erfolglos.

Wer die AfD bekämpfen will, muss sie mit Argumenten entzaubern. Das ist anstrengend, weil man sich mit ihr auseinandersetzen muss. Weil die Welt komplizierter ist, als viele der AfD-Anhänger es wahrhaben wollen. Und weil viele Protestwähler zwar gehört werden wollen, aber nicht zuhören. Einen anderen Weg gibt es jedoch nicht in der Demokratie. Und er ist aller Mühen Wert. 

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