Kommentar zu Alleinerziehenden: Allein gelassen

Laut einer Studie leben 40 Prozent der Einverdiener-Familien in prekären Verhältnissen. Barbara Will über Alleinerziehende und Armut.

Spagat zwischen Kind und Beruf, Geld nur für das Nötigste, und Ex-Partner, die wenig oder gar nicht zahlen - das ist der Alltag von Hunderttausenden alleinerziehenden Müttern.

Die Zahl der Frauen, die zwar ein Kind, aber nicht dessen Vater im Haus haben, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Um so unverständlicher ist das Ausmaß, in dem sie von Staat und Wirtschaft alleingelassen werden.

Viele Frauen sind gut ausgebildet, doch die wenigsten können voll arbeiten: Kinderbetreuungsplätze fehlen, die Öffnungszeiten von Kitas sind oft unflexibel, längst nicht jeder Arbeitgeber nimmt auf die Bedürfnisse seiner alleinerziehenden Mitarbeiterinnen Rücksicht. Trotz Arbeit kommen viele dieser Frauen an Hartz IV nicht vorbei.

Dass nur ein Viertel der Kinder Alleinerziehender den Unterhalt bekommt, der ihnen zusteht, ist ein Skandal. Eine Verschärfung des Unterhaltsrechts wäre nötig. Der Staat, der stolz ist auf Haushaltspläne ohne Neuverschuldung und weiterhin mit einem soliden Wirtschaftswachstum rechnen kann, sollte in der Lage sein, Alleinerziehende wirksam zu unterstützen. Denn ihre Kinder, die er heute im Stich lässt, wird er morgen als Beitrags- und Steuerzahler fordern.

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