Kommentar zum Arbeitsmarkt: Fantastischer Erfolg

Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist auf dem niedrigsten Stand seit 1991. Doch nicht alle Probleme sind gelöst. Ein Kommentar unseres Korrespondenten Werner Kolhoff.

Die weitaus meisten Jahre seit der Wiedervereinigung sah der Arbeitsmarkt so aus: Zweistellige Arbeitslosenquoten im Osten und in Bremen, fast zweistellige im großen Rest, und nur der Süden und Südwesten glänzte mit fünf oder sechs Prozent. Jetzt liegt der Bundesdurchschnitt bei 5,9 Prozent!

Das ist ein fantastischer Erfolg der Reformen Gerhard Schröders und der Politik Angela Merkels. Freilich, ohne den Mindestlohn und die begonnenen Reformen bei Leiharbeit und Werkverträgen wäre die Bilanz erheblich getrübt. Es geht ja nicht um Arbeit an sich, sondern um Arbeit, von der man auch leben kann. Das gelingt wieder viel öfter. Außerdem ist die Position der Arbeitnehmer bei Tarifverhandlungen stärker geworden und die Löhne steigen.

Alles paletti? Nein. Was noch fehlt, ist die Integration der Flüchtlinge, die nicht zum neuen Reserveheer werden dürfen, das die Arbeitsbedingungen wieder drückt. Und fast eine Million Langzeitarbeitslose deuten darauf hin, dass es weiter strukturelle Probleme gibt, die zu sozialem Sprengstoff werden können, wenn es ökonomisch mal schwieriger wird.

Rubriklistenbild: © k r o h n f o t o . d e

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