Kommentar zum Atomausstieg: Es wird teuer und dauert

Wolfgang Riek über Atomausstieg und Kosten- debatte

Spätestens 2022 soll Deutschlands letzter Atommeiler vom Netz - das strahlende Kernkraft-Erbe wird aber noch Jahrzehnte Milliarden verschlingen. Ein Kommentar von Wolfgang Riek.

Nimmt man den Atomkonzernen die Milliardenrückstellungen weg, treibt sie das schlimmstenfalls in die Pleite. Lässt man hingegen das Geld in den Büchern von Eon, RWE, Vattenfall und EnBW, ist es vielleicht irgendwann auch weg - so wie die profitablen Atomstromzeiten. Zwischen diesen Klippen segelt die Kommission auf der Suche nach einem Finanzpaket, das die finanziellen Risiken des Atomausstiegs möglichst minimiert.

Die alten Märchen vom billigen, sauberen Strom aus Kernkraftwerken sind längst zu den Akten gelegt. Dort springen uns jetzt die Horrorfotos aus Fukushima oder dem maroden Strahlenmüllbergwerk Asse ins Gesicht. Sie drohen ganz im Gegenteil: Es wird richtig teuer, dauert viele Generationen und sauber geht es dabei mitnichten zu.

In Umfragen fordern klare Mehrheiten, die Konzerne sollten Ausstieg und Endlagerung gefälligst selbst bezahlen. Das ist verständlich, bleibt aber doch ein frommer Wunsch, weil niemand die Kosten kennt, die über Hunderte oder Tausende Jahren noch anfallen, weil vielleicht schon in ein paar Jahrzehnten sich kaum jemand noch an Namen wie Eon oder RWE erinnert, weil deutsche Politik viel zu lange Atomstrompolitik war.

Klingt pessimistisch. Kann aber helfen, den Umstieg auf erneuerbare Energien neu zu befeuern. Und bei den Ausstiegskosten-Debatten wenigstens nicht vorschnell einzuknicken.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren: Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.