Kommentar zu Attentat in Frankreich: Klima der Zwietracht

Weniger als zwei Wochen nach dem Blutbad von Nizza ist Frankreich erneut von einem mutmaßlich islamistischen Anschlag erschüttert worden. Zwei Angreifer stürmten am Dienstag eine Kirche und ermordeten einen Priester. Ein Kommentar unserer Korrespondentin Birgit Holzer.

Es geht Schlag auf Schlag. Ähnlich wie Deutschland, das durch eine Serie an Attentaten mit verschiedenen Hintergründen innerhalb weniger Tage erschüttert worden ist, kommt auch Frankreich nicht zur Ruhe. Der Streit um angebliche Mängel bei den Schutzmaßnahmen in Nizza, wo der Attentäter am 14. Juli weitgehend ungehindert einen 19-Tonnen-Laster in eine feiernde Menschenmenge steuern konnte, ist noch in vollem Gange, da folgt die Geiselnahme in der Nähe von Rouen. Dabei erschüttert es, auf welch hysterische Art und Weise viele Politiker in dieser Situation die Polemik noch anfachen.

Nur eine Handvoll Menschen besuchte die katholische Morgenmesse in dem ruhigen Städtchen, als die Täter mit Messern bewaffnet eindrangen. Niemand konnte damit rechnen – und doch wird das neuerliche Attentat bereits ausgeschlachtet als angeblicher weiterer Beweis dafür, dass der Staat seine Bürger nicht schützen kann. Die Opposition versagt, denn es geht nur um das politische Kalkül. Sollte es das Ziel der Täter sein, ein Land zu verunsichern und zu spalten, dann ist es gelungen. Dabei muss es heißen: Wenn wir zusammenstehen, sind wir stärker als unsere Gegner. Leider passiert in Frankreich das Gegenteil.

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