Kommentar zum Attentat in Istanbul: Verfahrene Politik

Der heutige türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zweierlei gezeigt, findet HNA-Politikchef Tibor Pézsa.

Der heutige türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat zweierlei gezeigt: Wie man ein Land kraftvoll, mutig und entschieden aus einer politischen und wirtschaftlichen Misere zu Frieden, Aufschwung und internationaler Achtung führen kann - aber auch, wie man all dies verspielen kann.

Nach außen liegt die Türkei heute im Unfrieden mit fast allen Nachbarn, nach innen ist sie zerrissen in einem blutigen Bürgerkrieg. Wirtschaftlich trifft all dies das Land schwer.

Gewiss tragen militante Kurden Mitschuld an dem Niedergang des großen, an Lebensart, Kultur und Traditionen so reichen Landes. Doch auch Erdogan ist leider nicht mehr der, der die Kurdenfrage einst mutig, selbstbewusst und friedvoll anging. Der jüngste Anschlag von Istanbul zeigt, wie verfahren die Lage ist. Erdogans Eskalationsfan-tasien zeigen nur: Der starke Mann in Ankara handelt zunehmend aus Schwäche.

Erdogans Angriffe auf in Deutschland lebende Türken, namentlich türkischstämmige deutsche Abgeordnete, sind so unsäglich wie seine Aufforderungen an in Deutschland lebende Türken, bloß Türken zu bleiben. Als ob es auf Volk und Rasse mehr ankäme als auf die Herrschaft des Rechts und funktionierende Institutionen. Wer hierzulande lebt, gleich welcher Herkunft, weiß das zu schätzen. Man nennt es Demokratie.

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