Kommentar zu Autopilot-Autos: Auch Frage der Moral

Der tödliche Unfall eines Tesla-Fahrers in den USA richtet den Blick auf die Tücken selbstfahrender Wagen. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl

"Harry, lass den Wagen vorfahren!“ So könnte es eines Tages heißen. Harry holt den Wagen nicht, sondern tippt aufs Smartphone. Die meisten von uns schütteln darüber den Kopf, weil sie der Technik natürlich niemals trauen würden. Was, wenn ein Kind auf die Straße rennt, wenn das Auto gerade heranrollt?

Im Zweifel würde ein Auto, das ganz allein fahren kann, das Kind über seine Kameras und Sensoren rechtzeitig erkennen und automatisch bremsen. Eingebaute Kameras und Piepser gibt es längst, genauso wie Spurassistenten, automatische Bremssysteme und Tempomaten. Technik, auf die wir uns selbstverständlich verlassen. Und die laut Statistik die Unfallzahlen auch senkt.

Doch was ist, wenn der Computer ein Ausweichmanöver anzeigt und entscheiden muss, ob er dabei einen einzelnen Fußgänger oder eine Gruppe Radler überfährt? Die Technik kennt keine Moral, sie kann nur, was der Mensch programmiert.

Nach deutscher Rechtsauffassung ist ein Menschenleben nicht weniger wert als drei oder dreißig. Das macht die moralische Entscheidung nicht leichter. Aber es wäre wünschenswert, wenn wenigstens juristische Fragen vor dem Regelbetrieb computergesteuerter Autos geklärt würden. Vielleicht mit dem unspektakulären Ergebnis, dass die Hände ans Steuer gehören. Egal, was das Auto angeblich kann.

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