Kommentar zum Baltikum-Einsatz der Bundeswehr: Das eine sagen, das andere tun

"Wir müssen immer wieder die Gesprächsfähigkeit auch herstellen und ermöglichen. Das halte ich für sehr wichtig": Kanzlerin Merkel spricht sich zwar für eine Fortsetzung des Dialogs mit Russland aus. Aber gleichzeitig werden die Nato-Truppen im Osten verstärkt, auch durch die Bundeswehr. Ein Kommentar von HNA-Nachrichtenchef Tibor Pézsa.

Die Bundeswehr an der Nato-Ostgrenze? Wer hat eigentlich mit diesem gefährlichen Spiel angefangen? Einige sagen: Das war Russenpräsident Wladimir Putin mit seinem geheimen Krieg, seinen Soldaten ohne Hoheitsabzeichen und der Annexion der Krim. Doch waren es zuvor nicht EU und Nato, welche die Ukraine zu westlichem Einflussgebiet machen wollten? War und ist die Ukraine selbst in dieser Frage nicht bis heute tief gespalten?

Wer hat angefangen? Diese Frage führt zu nichts. Wichtiger ist: Wie kommt man aus der Eskalation wieder heraus? Der Bundeswehreinsatz im Baltikum folgt derselben hybriden Logik wie die russischen Machtdemonstrationen: Das eine sagen, das andere tun. Denn zwischen Nato und Russland ist eigentlich vereinbart, dass keine Nato-Truppen dauerhaft an der russischen Westgrenze stehen. Doch indem die Nato ihre Truppensteller rotieren lässt, hält sie sich nur formal daran.

US-Präsident Barack Obama hat Russland demütigend als Regionalmacht bezeichnet. Das jedenfalls hat Putin nachhaltig widerlegt. Der Preis dafür ist auf allen Seiten hoch. Es ist höchste Zeit für einen vernünftigen Interessenausgleich auf Augenhöhe.

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