Hausbesetzer-Krawalle mit 123 verletzten Polizisten

Kommentar zu den Berliner Krawallen: Eine explosive Mischung

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Krawalle bei linker Demo in Berlin - 1800 Polizisten im Einsatz

Berlin. Wieder heftige Hausbesetzer-Krawalle in Berlin. 123 Polizeibeamte wurden verletzt. Zu den Hintergründen ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

Der Hauptstadt droht ein heißer Sommer, nicht meteorologisch, sondern politisch. Denn es braut sich in Berlin ein explosives Gemisch zusammen, das jederzeit hochgehen kann.

Zu seinen Bestandteilen gehört zum einen das Problem der Gentrifizierung und Yuppisierung, der Tatsache, dass in vielen Stadtteilen alteingesessene Bewohner durch steigende Mieten und Luxussanierungen vertrieben werden. Seit Jahren haben die Stadtregierungen verschiedener Couleur keinen Wege gefunden, dieses brennende Problem zu lösen.

Hinzu kommt eine linksautonome Szene, die sich politisch gibt, deren Handeln aber nur unpolitische Randale ist: Gewalt gilt als geil, brennende Autos und verletzte Polizisten verschaffen den vermummten Chaoten den ultimativen Kick. Dass sie das Lebens- und Sicherheitsgefühl der Mehrheitsbevölkerung mit Füßen treten, ist ihnen egal.

Verschärft wird diese Auseinandersetzung durch den heraufziehenden Wahlkampf um das Abgeordnetenhaus. Frank Henkel, Innensenator und CDU-Spitzenkandidat, gibt den knallharten Durchgreifer, Michael Müller, Regierungschef von der SPD, setzt auf Dialog und Deeskalation, was ihm viele als Schwäche auslegen.

Eine Gemengelage also, die für die nächsten Wochen das Schlimmste befürchten lässt.

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