Kommentar zu den Briten und der EU-Abstimmung: Der Preis ist hoch

Nicht einmal in großen Teilen des „Leave“-Lagers hatte man ernsthaft damit gerechnet, dass die sonst so vernunftgeleiteten Briten wirklich die Trennung von Brüssel einleiten würden. Ein Kommentar von Katrin Pribyl.

Dabei schlug in den Insulanern nie ein europäisches Herz, im Gegenteil. Seit vier Jahrzehnten schoben die britischen Regierungen so ziemlich alles, was im eigenen Land schiefläuft, auf den Sündenbock Brüssel. Genauso lange heimsten sie Lobeshymnen ein für Erfolge, die eigentlich auf das Konto der EU gehen.

In den vergangenen Monaten nun erschienen plötzlich Premier Cameron und Co. und priesen die Vorteile der Europäischen Union. Die Menschen auf der Insel reagierten verständlicherweise mit Skepsis. Dagegen verfing das Thema Immigration, das die Brexiteers in den Fokus rückten. Denn viele Menschen, die sich in Zeiten der Globalisierung verlassen fühlen, haben Angst vor Einwanderern, die europäische Idee interessiert sie wenig.

So setzten sie in Zeiten grenzüberschreitender Probleme auf Isolation und Abschottung statt auf Zusammenarbeit und Austausch. Dieses Wochenende mögen viele EU-Gegner noch einen Moment des Stolzes feiern, die scheinbare Rückeroberung von Souveränität und die Kontrolle an ihren Grenzen, die nun alles besser machen soll. Doch der Preis ist hoch, die wirtschaftlichen Auswirkungen werden immens sein. Da hilft auch aller Patriotismus nichts.

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Rubriklistenbild: © dpa

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