Kommentar

Warum ein Burka-Verbot nicht mehr als ein Zeichen wäre

Ein Burka-Verbot hilft nicht gegen Terror und verschafft den Frauen noch keine Gleichberechtigung, kommentiert Tatjana Coerschulte.

Sicher kann man hierzulande die Burka und andere Gesichtsverhüllungen verbieten, wenn man unbedingt will. Nur: Gegen den islamistischen Terror hat man damit nichts getan und ebenso wenig für die Gleichberechtigung der Frau. Die Diskussion um ein Burka-Verbot ist ein Nebenschauplatz und lenkt die Aufmerksamkeit von den echten Problemen ab.

In Deutschland leben über 81 Millionen Menschen, davon sind geschätzt vier Millionen Muslime und darunter wiederum befinden sich etwa 200 bis 300 Frauen, die Burka tragen. Die Komplettverhüllung steht – auch in vielen muslimischen Ländern – für ein rückständiges, unterdrückendes Frauenbild, das in Europa nicht geteilt wird. Um das zu verdeutlichen, könnte Deutschland die Burka verbieten - mehr als ein Zeichen ist das aber nicht. Wer Frauen Gleichberechtigung verschaffen will, muss Mädchen zur Schule schicken und ihnen zu einer Ausbildung verhelfen. Dann können sie später auch gegen sozialen Druck selbst entscheiden, wie sie sich kleiden möchten.

Mit dem Kampf gegen Terror hat die Burka gar nichts zu tun. Um Terrorpläne im Inland aufzudecken, ist es nützlicher, die Sicherheitsbehörden von Verfassungsschutz bis Polizei optimal auszustatten. Frankreich hat die Burka schon 2011 verboten und musste in den vergangenen 18 Monaten trotzdem drei schwere Anschläge erleben. Dennoch diskutieren die Franzosen jetzt hitzig ein Burkini-Verbot – absurd.

Rubriklistenbild: © dpa

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