Kommentar zu CO2-Messungen: Noch ein Loch mehr

Ein Kommentar über die neuen Abgas-Hiobsbotschaften von Wolfgang Riek.

Der Kaiser ist nackt, ruft ein Kind im Märchen von Hans Christian Andersen, um Leichtgläubigkeit, Betrug und Selbstbetrug der Erwachsenenwelt zu entblößen. Ganz nackt sind Kaiser und Könige unserer Autowelt noch nicht. Doch Dieselbetrug, Abschalttricks, zu viele Stickoxide, nun noch überhöhte CO2-Werte reißen immer neue Löcher in die Glitzerkulisse der PS-Welt.

Längst ist nicht nur VW getrieben. Auch Audi, Mercedes, Opel und Porsche retten sich in freiwillige Rückrufe. Verkehrsminister Alexander Dobrindt lässt fleißig nachmessen und bestätigt damit auch, dass bisherige Spritverbrauchsangaben der Autobauer nicht nur abseits der Realität ermittelt, sondern offenbar nicht mal kontrolliert wurden.

Zu hohe CO2-Werte, amtlich attestiert, könnten Autofahrer im traurigen Spiel zwischen Politik und Autoindustrie zu massenhaft klagenden Mitspielern machen: Die Beweislast im Streit um Spritfresser dürfte sich zugunsten der Kunden verschieben. Eine Prozesslawine wäre ein neuer Albtraum für die Branche.

Als Aufklärer nur messen zu lassen, reicht nicht: Dobrindt muss die Messwert-Märchenwelt aufräumen - bevor ihn selbst ein Rückruf ereilt.

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