Kommentar zur CSU: Nervige Kraftmeierei

Aus Sicht unseres Berliner Korrespondenten Hagen Strauss ist es vor allem CSU-Chef Horst Seehofer, der in der Union für Unruhe sorgt.

Eine Extrawurst muss es immer geben. Horst Seehofer und die CSU brauchen das. Damit auch keiner vergisst, dass die bajuwarische Regionalpartei einen bundespolitischen Anspruch hat. Man kann das Gehabe aber auch nervige Kraftmeierei nennen.

Also wird heute weiter um die Erbschaftssteuer gefeilscht, obwohl man vorgestern erst zusammensaß. Also musste Mittwochabend der Koalitionsausschuss die Ökosteuerreform unter Dach und Fach bringen, obwohl dies beim Treffen der Ministerpräsidenten einen Tag vorher schon möglich gewesen wäre. Die CSU und ihr Parteichef zicken gerne. Sie finden das produktiv, vor allem mit Blick auf den eigenen Machterhalt im Freistaat. Andere leiden darunter.

Im Moment ist das vor allem die CDU. Das Vertrauen zwischen den Schwestern ist dahin. Die Unionsparteien halten sich gegenseitig für politisch realitätsfern, und sie lassen sich das spüren. So werden sich wohl die Zweifel bei manchem Wähler verstärken, ob diese Union derzeit noch wählbar ist.

Umso erstaunlicher ist allerdings, dass Schwarz-Rot doch noch in der Lage ist, wichtige Projekte anzustoßen oder umzusetzen. Das hat etwas mit Geduld, Langmut, Hartnäckigkeit und Vernunft zu tun. Bei Merkel, Gabriel und Schäuble. Nur rücken die Regierungsbeschlüsse schon seit Monaten in den Hintergrund, sie werden kaum noch wahrgenommen.

Lesen Sie dazu:

- Vor Erbschaftsteuer-Treffen: Seehofer kritisiert Schäuble

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