Kommentar zur Deutschen Bank: Vor dem Dammbruch

Die Deutsche Bank steckt in Turbulenzen, das Vertrauen der Anleger ist erschüttert. Doch eine staatliche Stütze für das Geldhaus wäre falsch. Ein Kommentar von Jan Schlüter.

Wie angeschlagen ist die Deutsche Bank? Der abgestürzte Aktienkurs der einstigen Vorzeigebank spricht eine klare Sprache. Noch nie stand er so weit unten. Vom Glanz alter Zeiten ist nichts geblieben.

Allein die Tatsache, dass jetzt öffentlich über Finanzhilfen seitens des Bundes debattiert wird, ist ein schlechtes Zeichen. Das Management hat den Branchenprimus an den Rand des Ruins getrieben. Es mangelt an Eigenkapital, und eine Vielzahl an Prozessen mit Strafgeldern in Milliardenhöhe belastet das Finanzinstitut.

Fest steht: Einen Zusammenbruch der Deutschen Bank gilt es zu verhindern – das ist der Vorteil der Größe. Denn der Domino-Effekt wäre gewaltig, zig andere Unternehmen und tausende weitere Arbeitsplätze wären bedroht. Eine Pleite würde die deutsche Wirtschaft ins Mark treffen, weil die Bank bei der Finanzierung des Mittelstandes eine wichtige Rolle spielt. Da wäre eine Fusion mit der Commerzbank und anderen europäischen Banken schon eine bessere Lösung.

Sobald Geld vom Staat fließt, brechen alle Dämme. EU-Recht ade. Italiener und andere warten nur auf diesen großen Sündenfall. 

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