Kommentar zu Dobrindt: Lobbyist im Ministerium

Projekte für stolze 800 Millionen Euro im eigenen Wahlkreis geplant - das mutet merkwürdig an, meint HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl

Sage niemand, Alexander Dobrindt bringe nichts auf die Reihe. Gut, mit der Maut hat er sich als Minister hinlänglich blamiert. Und bei der Bewältigung des Abgasskandals macht er auch keine gute Figur.

Aber in seiner Heimat dürfte man dem Mann ewig dankbar bleiben. Dafür haben sie ihn ja mutmaßlich in den Bundestag gewählt. Abgeordnete sind auch Lobbyisten ihrer Wahlkreise. Und jeder, der jetzt mit dem Finger auf den Oberbayern zeigt, würde den eigenen Wahlkreisabgeordneten rühmen, wenn der hilft, ein Projekt durchzusetzen.

Doch Dobrindt ist eben nicht nur Abgeordneter. Sondern er ist auch Bundesminister für Verkehr und damit zuständig für die ganze Republik. Da mutet es sehr merkwürdig an, wenn allein in seinem Wahlkreis 800 Millionen Euro verbaut werden sollen. Nicht etwa dafür, dass weniger Autos die Bergwelt zerstören. Sondern dafür, dass man sie möglichst nicht sieht.

Der Vorwurf, Dobrindt tue nichts für die Bahn, ist im Übrigen falsch. Anfang der Woche eröffnete er zwei von bislang zehn Video-Reisezentren in Bayern. Wo? In seinem Wahlkreis. 

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