Kommentar zu Donald Trump und den Republikanern: Später Alarmruf

Donald Trump ist ein Hetzer, ein Populist, ein nationalistischer Rechtsausleger, der Ängste schürt, Vorurteile instrumentalisiert und unausgegorene Halbsätze als politisches Programm verkauft. Ein Kommentar von Jörg S. Carl.

Selbst der sonst so besonnene Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier lässt angesichts des Präsidentschaftskandidaten der Republikaner alle Zurückhaltung fahren und nennt ihn einen „Hassprediger“.

Man könnte diese Bewertungen leicht als unzureichende Beobachtungen aus der Ferne abtun. Aber: Aus nächster Nähe fallen sie genauso aus. Die Elite der konservativen Partei warnt jetzt vor dem eigenen Kandidaten, ruft den Wählern zu, dass Trump niemals ins Weiße Haus einziehen dürfe: unberechenbar, ungebildet, unqualifiziert.

Und gefährlich: Jeder Vernunftbegabte schaudert bei dem Gedanken, ein US-Präsident namens Trump könnte einmal Befehlsgewalt über die amerikanischen Streitkräfte und das Atomwaffenarsenal haben. Auch den Spitzen der Republikaner ist dieses Szenario nun nicht mehr geheuer. Ihr Alarmruf kommt zwar spät, aber hoffentlich nicht zu spät.

Bei all den wahren Zuschreibungen, eines ist Donald Trump allerdings nicht: dumm. Man darf ihn nicht unterschätzen, er versteht sich aufs Kontern. Seinen innerparteilichen Gegnern schreibt er das Versagen im Irak und die Mitverantwortung für die krisenhafte Weltlage zu. Auch das ist Teil der Wahrheit.

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