Kommentar zu Donald Trumps Siegeszug: Mit brachialer Kraft niedergewalzt

Donald Trump ist die Nominierung als republikanischer Präsidentschaftskandidat kaum noch zu nehmen. Dazu ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

Als Mitt Romney - wahrlich kein radikaler Republikaner - die Präsidentenwahl 2012 gegen Barack Obama verloren hatte, zeigte sich die Grand Old Party einsichtig: Der nächste Kandidat der Republikaner müsse für breite Schichten wählbar sein, auch für Farbige und Einwanderer, für Frauen und jüngere Wähler.

Die Erkenntnis hat nichts genützt. Donald Trump, vom Stil her ein Polarisierer, inhaltlich ein Extremist, hat Frauen vor den Kopf gestoßen, er hat Minderheiten verschreckt und gegen Migranten gehetzt. So gewann seine Kampagne eine brachiale Kraft, mit der er das Feld der Konkurrenten nach und nach niederwalzen konnte. Die Nominierung als Präsidentschaftskandidat ist ihm kaum noch zu nehmen.

Dass er das Duell gegen Hillary Clinton gewinnen kann, ist unwahrscheinlich. Der Demokratin schlagen zwar vielfach Skepsis und Abneigung entgegen. Aber ein Politikertypus wie Trump und seine simplen Botschaften lösen Befürchtungen und Ängste aus.

Und wir? Wer glauben sollte, das Phänomen Trump sei ein rein amerikanisches, sei gewarnt. Der Milliardär hatte vor allem Erfolg, weil er sich zum einsamen Kämpfer gegen die da oben, gegen verhasste Eliten in Politik, Wirtschaft und Medien stilisierte. Wer sich in Europa umschaut, wird auch hier immer mehr Gruppen finden, die solche Feindbildern pflegen und politischen Bilderstürmern nachlaufen. 

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