Kommentar zu Dresden-Anschlägen: Kalifate der Extremisten

Sprengstoffanschläge auf eine Moschee und das Kongresszentrum in Dresden haben Entsetzen ausgelöst. Der Beginn dieser Straftaten ist Hass. Gegen ihn muss man vorgehen, schreibt Kommentator Werner Kolhoff.

Hass, Gewalt, Terror. Jedem muss klar sein, dass es diese Steigerung gibt. Vom fanatischen Spruch über den Brandsatz bis zur Bombe. Das ist keine islamistische Spezialität – es funktioniert auch bei Rassisten. Siehe Breivik in Norwegen, siehe der Amoklauf im Münchener Olympia-Einkaufszentrum. Und nun die Anschläge von Dresden.

Rechts gibt es vernetzte Strukturen, aber auch Einzeltäter. „National befreite Dörfer“, die es in Ostdeutschland in einigen Gebieten de facto schon gibt, sind die Kalifate der Rechtsextremen. Und die Gefährder laufen völlig unbehelligt herum.

Man muss beim Beginn ansetzen, dem Hass. Man muss den rechten Hasspredigern aktiv widersprechen und gegen sie vorgehen. Im Internet, am Arbeitsplatz, im Bekanntenkreis. Über die Flüchtlingspolitik darf jeder seine Meinung haben. Aber die Grenze ist da, wo abschätzig, ja erniedrigend über Menschen geredet wird. Wo sie wegen ihrer Herkunft, Hautfarbe oder Religion diskriminiert werden.

Die Radikalisierung der Rechten ist derzeit geradezu mit Händen zu greifen, die Zahl der Angriffe nimmt rasant zu. Unsere Gesellschaft darf ihren Terror so wenig dulden wie den islamistischen. Zum 26. Jahrestag der Deutschen Einheit stehen nicht nur Dresden und Sachsen vor der Herausforderung, dagegen entschlossener als bisher vorzugehen. 

Rubriklistenbild: © krohnfoto.de

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