Kommentar zur Ermordung der Abgeordneten Cox: Eine verwundete Gesellschaft

Großbritannien steht nach der Ermordung der Abgeordneten Cox unter Schock. Dazu ein Kommentar unserer Korrespondentin in London, Katrin Pribyl.

Der Mord an Jo Cox lässt nicht nur zwei Kinder zurück, die ohne Mutter aufwachsen werden. Er hinterlässt auch eine verwundete Gesellschaft. Denn die Attacke galt der britischen Demokratie. Die Labour-Abgeordnete war gewählt, um ihrem Wahlkreis und ihrem Land zu dienen. Das tat sie mit außergewöhnlichem Engagement und Idealismus, mit dem ehrenwerten Ziel, die Welt ein Stück besser zu machen. Die Politikerin verteidigte leidenschaftlich die Vorteile einer multikulturellen Gesellschaft und warb für die Mitgliedschaft in der EU. Sie setzte sich gegen Hass und für Nächstenliebe ein.

Musste sie wegen ihrer Ideale sterben? Ihr Mörder hat laut Medienangaben Verbindungen zur Neonazi-Szene. Der rassistische Hintergrund der Tat, sollte er sich bewahrheiten, ist schockierend.

So aber kann auch die Debatte der vergangenen Monate über das EU-Referendum überschrieben werden. Kein anderer als der Täter trägt die Schuld an Cox’ Tod. Trotzdem müssen sich einige Aktivisten Fragen gefallen lassen. Im Brexit-Lager gab es Polemiker, die seit Jahren die Stimmung gefährlich anheizen und darauf zielen, die Gesellschaft zu spalten. Die den Nährboden von Hass auf Politiker bereiteten.

Im Sinne von Jo Cox wäre es, wenn Argumente statt Emotionen die Debatten wieder beherrschen würden.

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