Kommentar zur EU-Armee: Viele Stolpersteine

Eine gemeinsame Armee der EU birgt zu viele Konfliktthemen. Streit kann sich die EU aber im Moment nicht leisten, kommentiert Detlef Drewes.

Der Streit um eine EU-Armee ist unnötig. Denn wer Europa kennt, weiß, dass es bis zur Verwirklichung einer solchen Idee noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen wird. Schließlich geht es um weit mehr als die gemeinsame Bestellung von neuester Wehrtechnik. Die vielen Stolpersteine liegen an anderer Stelle - etwa bei der Frage, wer für diese Truppe das Sagen hat und wer die Rechnung für die Missionen bezahlt.

In der Vergangenheit waren es stets solche Punkte, an denen nicht selten einmütig beschlossene Missionen ins Straucheln kamen. Am Ende fehlte es an Lastwagen oder wie beim Mali-Einsatz an Flugzeugen, die die Soldaten ins Einsatzgebiet transportieren könnten. Deshalb ist der Ansatz richtig, sich zunächst einmal über die alltäglichen Anforderungen zu verständigen - im Sanitätsbereich sollte eine Zusammenarbeit leicht möglich sein, bei der Logistik ebenfalls. Aber schon die Errichtung eines gemeinsamen Hauptquartiers dürfte wieder zu Begehrlichkeiten führen. Dabei kann sich die Union neuen Streit nicht leisten - vor allem nicht bei einem Thema, das man als Signal für eine künftige Zusammenarbeit der 27-er Runde auserkoren hat.

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