Kommentar zur Fahndung nach Ex-RAF-Terroristen: Die Luft wird dünner

Die drei gesuchten Ex-RAF-Terroristen haben möglicherweise noch mehr Überfälle verübt, als bislang angenommen. Dazu ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolfgang Blieffert.

Die Fahndung nach den Terroristen der dritten RAF-Generation war nicht gerade ein Ruhmesblatt der deutschen Sicherheitsbehörden. Seit Jahren hochgerüstet angesichts von Geiselnahmen und Mordanschlägen, war man dennoch nicht in der Lage, schwerste Verbrechen aufzuklären. Und seit sich die Rote Armee Fraktion 1998 für aufgelöst erklärte, waren ihre Mitglieder wie vom Erdboden verschwunden. Bis heute.

Jetzt verdichten sich Hinweise, dass drei mutmaßliche RAF-Terroristen in Niedersachsen nicht nur zwei Raubüberfälle verübten, sondern möglicherweise für sechs Straftaten verantwortlich sind. Das Netz - so scheint es - zieht sich zusammen, die Luft für die drei gesuchten RAF-Oldies wird dünner.

Dass sie weiterhin als Terroristen unterwegs sind, halten die Ermittler für unwahrscheinlich, eher handelt es sich wohl um klassische Beschaffungskriminalität. Denn das Leben in der Illegalität - möglicherweise ohne Krankenversicherung und ohne Aussicht auf Rente - ist kostspielig.

Wenn sich die gestern bekanntgewordenen Ermittlungsergebnisse bewahrheiten und die Drei den Fahndern irgendwann ins Netz gehen sollten, bestünde endlich neue Hoffnung, dass auch einige der letzten RAF-Morde aufgeklärt werden könnten. Denn für ihre Mitglieder mag die Rote Armee Fraktion Geschichte sein. Für die Angehörigen ihrer Opfer ist sie das bis heute nicht.

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