Kommentar zu Gabriels Stinkefinger: Heikle Geste

Als er von Rechten angepöbelt wurde, zeigte Vizekanzler Sigmar Gabriel bei einer Veranstaltung den Stinkefinger. Der SPD-Politiker ist für sein unverblümtes Auftreten bekannt - aber er hat sich offensichtlich nicht im Griff. Ein Kommentar von Ullrich Riedler.

Haben die Genossen eine Schwäche für heikle Gesten? Man könnte es meinen. Die Galerie eindeutiger Symbolik reicht vom damaligen NRW-Ministerpräsidenten Wolfgang Clement über Finanzminister Peer Steinbrück bis zum aktuellen Vizekanzler und Wirtschaftsminister. Sigmar Gabriel war jüngst von Neonazis angepöbelt worden, als er ihnen den Stinkefinger zeigte.

Mag sein, dass manche sein unverblümtes Auftreten gegenüber den Rechten als authentisch, bodenständig und unverstellt anerkennen. Gabriel macht bei diesem Thema aus seinem Herzen ohnehin keine Mördergrube. Im vergangenen Jahr hatte er die Ausschreitungen wegen einer Flüchtlingskunterkunft verurteilt und die Verantwortlichen als Pack bezeichnet.

Nur: Was soll man von einem Vizekanzler halten, der sich in Gestik und Wortwahl auf die gleiche Ebene begibt wie diejenigen, auf die er abzielt? Offensichtlich hat sich Gabriel nicht im Griff. Denn von Politikern erwarten wir ein souveränes, besonnenes Verhalten. Sie sollen Konflikte lösen und nicht anheizen. Will man also ins Kanzleramt, klopft man an und ruft allenfalls: Ich will da rein. Das wusste schon Gerhard Schröder. Stinkefinger und Vulgärsprache sind da im Vorfeld eher hinderlich.

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