Kommentar zu Gaucks Aufgaben als Präsident: Im Amt gewachsen

Bundespräsident Joachim Gauck hat seine Sache bislang gut gemacht. Ein Kommentar von HNA-Redakteurin Petra Wettlaufer-Pohl

Die nun die Gauck-Nachfolge regeln müssen, sind nicht zu beneiden. Hat es sich nicht als geradezu ideal erwiesen, einen Parteilosen zu haben, den Regierenden nicht verpflichtet?

Stimmt. Aber niemand solte vergessen, dass es letztlich die Parteien sind, welche die Mehrheit in der Bundesversammlung organisieren. Es wäre naiv zu erwarten, ein Präsident könne es den Etablierten mal so richtig zeigen. Denn das ist auch nicht die Aufgabe des Präsidenten. Er soll nicht spalten, sondern eine Identifikationsfigur für möglichst viele Bürger sein. Ohne beliebig zu werden. Und er soll den Bürgern die Werte der Demokratie vor Augen führen, wenn andere versuchen, Zweifel zu säen.

Joachim Gauck ist in dieser Beziehung im Amt gewachsen. Der Mann aus Ostdeutschland hat jenen, die sich schon in der Mehrheit wähnen, Grenzen gesetzt: „Wir sind das Volk“, das gehört der Freiheitsbewegung in der DDR, sagt er. Und nicht Ausgrenzern und Rassisten. Er hat die natürliche Autorität dazu.

Wer immer auf Gauck folgt, kann das nicht kopieren, sondern muss einen eigenen Weg finden. Bislang ist das Land damit ganz gut gefahren.

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