Kommentar zur geplanten Reform des Waffenrechts in der EU: Nichts als Augenwischerei

Wer Böses im Schilde führt, kann mit Pistolen oder Gewehren viel Schaden anrichten. Die EU-Staaten wollen die Vorgaben nun verschärfen. Ein Kommentar von Detlef Drewes.

Das Ziel muss klar sein: „Wenn ein deutscher Waffenhändler ungehindert Sturmgewehre nach Paris liefern kann, dann zeigt dies, dass die Zusammenarbeit der Behörden in Europa noch stark verbesserungswürdig ist.“

Dieses Zitat der sozialdemokratischen Europa-Abgeordneten Evelyne Gebhardt, die sich im Binnenmarktausschuss der EU-Volksvertretung mit dem neuen Waffenrecht befasst, dokumentiert den Anspruch, an dem die Reform gemessen werden muss. Und an dem sie scheitert. Es mag notwendig sein, viele gute Errungenschaften des deutschen Gesetzes zu Waffenbesitz und –kontrolle nun auf europäischer Ebene zu verankern. Beispielsweise wird keineswegs überall verlangt, dass ein Waffenkäufer auch einen Ausweis vorlegt.

Aber das sind Lappalien, die beim Kampf gegen den Terror eher von Ratlosigkeit als von Entschlossenheit zeugen. Das Bild, das Fahnder von Europol und andere Spezialisten der Terror-Bekämpfung malen, ist erschreckend. Millionen nicht registrierter Schusswaffen sind in der EU unterwegs. Oder für ein paar Hundert Euro zu haben. Wenn man diese Realität ernst nimmt, ist die Waffenrechtsreform der EU sogar gefährlich, weil sie den Eindruck erweckt, man habe etwas erreicht. Tatsächlich handelt es sich vor allem um Augenwischerei.

Lesen Sie auch:

- Keine Waffen in falsche Hände: EU einig über neue Regeln

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.