Kommentar zum geplatzen Gespräch der AfD mit dem Zentralrat der Muslime: Dialog bleibt notwendig

Das Gespräch zwischen der AfD-Spitze und dem Zentralrat der Muslime endete schon nach einer Stunde mit einem Eklat. Dazu ein Kommentar von Nachrichtenredakteur Wolggang Blieffert.

Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wer für den Abbruch des Gesprächs hinter verschlossenen Türen verantwortlich war. Aber der Zentralrat der Muslime und die AfD-Spitze seien daran erinnert, dass Dialog und Debatte zu den Wesenselementen einer Demokratie gehören. Beide Seiten werden sich zu gegebener Zeit wieder an einen Tisch setzen müssen.

Bis dahin sollte der Zentralrat darüber nachdenken, ob Vergleiche mit der Nazizeit angemessen sind. Ob nicht das Leid der Opfer des Nationalsozialismus und die Dimensionen der NS-Verbrechen durch solche Vergleiche bagatellisiert werden. Ebensowenig führen die ritualisierten Erklärungen des Zentralrates nicht weiter, terroristische Anschläge hätten nichts mit dem Islam zu tun.

Die AfD wiederum sollte das Grundgesetz nicht nur im Mund führen, sondern auch mal reinschauen. Dass der Islam nicht mit der Verfassung vereinbar sei, findet sich dort nicht. Dafür jede Menge Aussagen über die Freiheit der Menschen, ihre religiösen Überzeugungen leben zu können. Über den Grundwert der Religionsfreiheit, die zu schützen der Staat verpflichtet ist.

Das abgebrochene Gespräch sollten Zentralrat und AfD also als Denkpause nutzen, nicht als Pause vom Denken. 

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