Kommentar zu Griechenland: Neuanfang in Athen

Griechenland droht ein neues Schuldendrama. Das Land braucht einen Neuanfang - auf eigene Rechnung, meint Kommentator Tibor Pezsa.

Man kann es drehen und wenden, wie man will: Griechenland kommt auf keinen grünen Zweig. Nach wie vor verbraucht das Land mehr, als es erwirtschaftet. Die Reformzusagen seiner Regierungen sind wenig wert. Die Mitgliedschaft Griechenlands im Euro hat dem Land schwer geschadet. Vielen Griechen droht die Armut. Andere zahlen bis heute keine Steuern.

Man kann die Tatsache beklagen, dass Athen die meisten Kredite, die es überhaupt noch erhält, sogleich an die Geldgeber von gestern weiterreichen muss. Doch so ist das nun einmal mit Schulden: Sinnvoll können sie sein, wenn sie in Investitionen fließen, die sich bezahlt machen. Wenn sie aber in den Konsum fließen - und dazu gehören nun einmal auch Sozialausgaben - dann wird aus dem Problem von heute das größere Problem von morgen.

In Griechenland ist mittlerweile übermorgen. Das Land schafft es nicht, eine effiziente Verwaltung und eine wettbewerbsfähige Wirtschaft aufzubauen. Kein Wunder, dass sich der Internationale Währungsfonds (IWF) nicht länger an der Insolvenzverschleppung beteiligen will. Griechenland braucht einen Neuanfang auf eigene Rechnung, außerhalb der Eurozone. Dass in ihr Volkswirtschaften beisammen sind, die nicht zusammengehören, ist ein größeres Problem, welches mit wie ohne Griechendrama einer Lösung harrt.

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