Kommentar zu Krankenstand: Die gute Nachricht

Seit Januar 2016 meldeten sich so viele Berufstätige krank wie zuletzt in den 90ern. Ein Kommentar dazu von Nachrichtenredakteurin Tatjana Coerschulte.

Manager und Arbeitspsychologen wissen es: Die Höhe des Krankenstands hängt auch von der Lage der Konjunktur ab - brummt die Wirtschaft, steigt der Krankenstand. Andersrum ausgedrückt: Steigt die Arbeitslosenquote, sinkt der Krankenstand, denn wer um seinen Job bangt, schleppt sich auch mal krank an den Arbeitsplatz. Hinter der auf den ersten Blick schlechten Nachricht vom hohen Krankenstand verbirgt sich eine gute: Die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist entspannt wie seit Jahrzehnten nicht, die Beschäftigten nehmen ihre Gesundheit ernst und kurieren Leiden aus.

Auch die aus den Krankmeldungen hervorgehende Zunahme psychischer Leiden bedeutet nicht zwangsläufig, dass heute mehr Menschen seelisch angeschlagen sind. Vor zehn, zwanzig Jahren wurden allerdings seltener Menschen wegen Depression oder Burn out krankgeschrieben. Das hat sich geändert, weil der Umgang mit diesen Leiden offener geworden ist. Zudem sind Mediziner für das Thema sensibilisiert: Hinter körperlichen Beschwerden kann eine psychische Ursache stecken, und die steht dann heute eher als Diagnose im Attest als vor zwanzig Jahren.

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