Kommentar zum Hiroshima-Besuch des US-Präsidenten: Obama vor Balanceakt

Barack Obama reist als erster US-Präsident nach Hiroshima. Als Friedensnobelpreisträger sollte er sich mehr um die Opfer des Atomwaffenabwurfs bemühen. Ein Kommentar dazu von Martina Hummel.

Barack Obamas Besuch in Hiroshima dürfte ein Balanceakt werden. Der US-Präsident ist der erste amtierende Präsident, der die Gedenkstätte des Atombombenabwurfs besuchen wird.

Die Erwartungen an ihn sind hoch: Die Opfer werten den Abwurf der Atombomben in Japan als Verbrechen an Unschuldigen und setzen daher auf eine Entschuldigung - doch genau dies will Obama nicht. Die Mehrheit der Amerikaner hält die Abwürfe der Bomben - auch nach nun fast 71 Jahren - für richtig, auch wenn die Zahl der Befürworter geringer geworden ist. Doch wie passt es zusammen: Friedensnobelpreisträger sein, aber nicht um Verzeihung bitten?

Will Obama im Wahljahr die Bevölkerung nicht gegen sich oder seine Partei, die Demokraten, aufbringen, wird er sich zwangsläufig an die amerikanische Lesart der Geschichte halten müssen. Ob die Bevölkerung in Japan oder den USA: Jeder Schritt von ihm wird in Hiroshima mit Argusaugen verfolgt werden.

Große Reden werden daher wohl nicht von Obama zu erwarten sein. Er wird nach vorne schauen, um an einer friedlichen Welt ohne Atomwaffen zu arbeiten. Und Hiroshima? Und die Opfer?

Einem Friedensnobelpreisträger würde es gut zu Gesicht stehen, wenn er sich um die letzten Überlebenden des Atombombenabwurfs ein wenig mehr bemühen würde.

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