Kommentar zur IS-Propaganda: Die Schattenseiten des Netzes

Mit grausamen Internetvideos versucht die Terrormiliz IS, Anhänger zu rekrutieren. Kann man diese Propaganda eindämmen? Ein Kommentar von Florian Künemund.

Noch am Samstag haben wir zum 25. Geburtstag der ersten Internetseite die Vorzüge des weltweiten Informationsaustauschs besungen. Doch das Netz hat eine Schattenseite: Seine Dimension macht gänzliche Kontrolle unmöglich.

Das ist besonders gefährlich bei der Bekämpfung von Verbrechen und Propaganda. Dass Sicherheitsbehörden soziale Netzwerke wie Facebook mehr in die Pflicht nehmen wollen, ist also nachvollziehbar. Die Terrormiliz IS hat die Axt-Attacke in Würzburg und den Bombenanschlag in Ansbach mutmaßlich auf diesem Weg initiiert, beziehungsweise die Täter rekrutiert.

Aber man sollte sich keine Illusionen machen: Die verschlungenen Pfade zu den Drahtziehern zurückzuverfolgen, ist kompliziert. Und ist ein Profil endlich gelöscht, kann das nächste binnen weniger Minuten entstehen. Wege zur Verbreitung von Gedanken - so widerlich sie auch sind - gibt es online immer.

Mehr als Teilerfolge sind auf diesem Nebenschauplatz nicht drin. Gewonnene Informationen können trotzdem beim Kampf gegen den Terror helfen. Die Justiz sollte nicht aufgeben, aber mit Blick auf die Erfolgsaussichten abwägen, wie viel Energie sie investiert. Der Terror ist - wenn überhaupt - an anderer Stelle zu besiegen. flk@hna.de

Rubriklistenbild: © Dittrich

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