Verzicht auf zweite Amtszeit?

Kommentar zu Joachim Gauck: Ausgang ungewiss

Egal, wie sich Joachim Gauck in der Frage nach einer zweiten Amtszeit entscheidet, sein Entschluss ist zu respektieren. Ein Kommentar von HNA-Korrespondent Stefan Vetter.

Fünf Jahre lang wird er Bundespräsident sein, wenn im Februar 2017 turnusmäßig neu gewählt wird. Viele wünschen sich, dass Gauck weitermacht. Weil er nicht nur reden kann, sondern auch etwas zu sagen hat, kurz, weil er ein guter Präsident ist. Es wäre aber auch keine Schande, mit „nur“ einer Wahlperiode zu sagen, so, das war’s. Gerade, wenn sie erfolgreich ist.

Vieles spricht dafür, dass Gauck diesen Weg geht. Ein Weitermachen hätte er auch schon früher verkünden können. Dabei sind die Zeiten eigentlich nicht danach, das ohnehin angespannte politische Klima noch durch eine zähe Nachfolgedebatte zu belasten.

In dieser Situation wünschte man sich, das Staatsoberhaupt würde vom Volke gewählt. Dann entzöge sich die Personenfindung dem parteitaktischen Klamauk. Allein, so wird es nicht kommen. Eher ist eine politische Schlammschlacht zu erwarten. Denn jedes politische Farbenspiel zur Bestimmung eines Nachfolgers könnte als Vorgriff auf die Machtverhältnisse nach der nächsten Bundestagswahl gewertet werden. Und auch die Mehrheiten in der Bundesversammlung sind durch das Erstarken der AfD komplizierter geworden.

Das alles riecht nach einem Experiment mit ungewissem Ausgang. So verständlich Gaucks Entscheidung sein mag, so vertrackt wird es, mit diesem Szenario politisch umzugehen.

Lesen Sie auch:

- Zweite Amtszeit? Warten auf Stellungnahme von Gauck

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.