Kommentar zu den Protesten in Frankreich: Heißer Sommer

Die Bilder gleichen sich: Vor der Fußball-WM in Brasilien gingen Tausende auf die Straße, um gegen die Milliarden zu protestieren, die für die WM ausgegeben wurden – zu Lasten von Bildung und Gesundheit.

Es kam zu blutigen Ausschreitungen. Jetzt, drei Wochen vor der Eröffnung der EM, spitzen sich in Frankreich die Auseinandersetzungen um die Arbeitsmarktreform auf dramatische Weise zu. Es gibt Engpässe bei Benzin und Bilder von brennenden Barrikaden.

In Brasilien ging die Weltmeisterschaft schließlich friedlich über die Bühne, und die Sorgen anlässlich der Europameisterschaft beziehen sich eher auf die Bedrohung durch islamistische Terroristen. Dennoch: Das Land der EM-Gastgeber steht vor gewaltigen sozialen Konflikten, vor einem heißen Sommer.

Ausgangspunkt sind der Frust und die Perspektivlosigkeit, die sich bei vielen Franzosen über Jahre angestaut haben, und die auch durch Polizei nicht beseitigt werden können. Dazu an der Spitze ein Präsident, der zunächst allen alles versprach, dann einen Reformkurs ankündigte, bei dessen Umsetzung aber klare Linie vermissen ließ.

Manchmal kann sportlicher Erfolg für eine Weile von solch politischem Verdruss ablenken. Aber ein Triumph der Équipe Tricolore ist so wenig sicher wie die Hoffnung, dass sich die Franzosen davon einlullen ließen.

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